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Schlechte Mitarbeiterführung
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Schlechte Mitarbeiterführung

Inkompetenter Chef – was tun?

Jan Guldner, wiwo.de
Unfähige oder böswillige Vorgesetzte stressen ihre Untergebenen und machen sie krank. Dagegen kann man etwas tun – wenn man die richtigen Mittel kennt.
Gemessen daran, wie viele Hilfsangebote es für sie gibt, sind Manager die bedürftigste Spezies in Unternehmen. Schauspieler bringen ihnen selbstbewusstes Auftreten bei. Verhandlungsprofis verraten ihnen die besten Kniffe, um Konkurrenten über den Tisch zu ziehen. Und selbst von Affen im Zoo können sie sich abschauen, wie man möglichst geschickt ein Rudel führt.

Vielleicht finden auch deshalb 97 Prozent von ihnen, dass sie gute Führungskräfte sind. Das zeigt der aktuelle Engagement Index des Beratungsunternehmens Gallup. Ihre Untergebenen sehen das anders: Zwei Drittel von ihnen hatten in ihrer Karriere schon mal einen schlechten Chef, so das Ergebnis der Gallup-Studie.

Der Unterschied: Ihnen steht meist niemand bei im Umgang mit schlechten Chefs – sie müssen lernen, sich selbst zu helfen. Denn wer unter einem Tyrannen oder Dilettanten arbeiten muss, verliert nicht nur die Lust an der Arbeit. Auch die Gesundheit leidet, wie eine Studie von Birgit Schyns von der Durham University und Jan Schilling von der Hochschule Hannover zeigt.

Was kann man gegen schlechte Chefs tun? Zunächst einmal hilft es, zu wissen, wie sich ein schlechter Chef verhält. Seth Spain von der Binghamton Universität im US-Bundesstaat New York hat dazu gerade eine vereinfachte Typologie aufgestellt. Er unterscheidet dabei zwischen dem "dark boss", also dem dunklen Chef, und dem "dysfunctional boss", also dem unfähigen Chef. Letzterer sei nicht aktiv darauf aus, seinen Mitarbeitern zu schaden. "Wegen persönlicher Unzulänglichkeiten oder Mangel an Fähigkeiten sind sie einfach nicht besonders gut in ihrem Job", sagt der Professor für Organizational Behavior.

Der schlechte Chef hat viele Ausprägungen

Der dunkle Boss dagegen kann nicht nur schlecht mit Menschen umgehen. Er vermarktet sich bei den eigenen Vorgesetzten wo es nur geht und versucht seine Untergebenen klein zu halten. Sie hätten machiavellistische, narzisstische oder gar psychopathische Züge, so Spain. "Sie genießen den Schmerz und das Leiden von anderen", sagt der Forscher, "deshalb werden sie im Alltag gemein und beleidigend sein und Mitarbeiter schikanieren." Zum Beispiel drängen sie Untergebene zu unethischem Verhalten, wie etwa Zahlen zu schönen, wenn sie selbst einen Vorteil davon haben.

Das Beratungsunternehmen Second City Works hat aus einer Umfrage unter 2000 US-Arbeitnehmern kleinteiligere Stereotypen gebildet. Da wären der Chef, der immer die Lorbeeren für die Arbeit seines Teams alleine kassiert. Der Geist, der nie auf E-Mails antwortet, kein Feedback gibt und nur mal kurz zwischen Mittagspause und persönlichen Besorgungen im Büro ist. Der "Ja, aber"-Boss, der keine der Ideen seiner Mitarbeiter gut findet, aber auch kein Feedback zur Verbesserung gibt. Oder der coole Vorgesetzte, der so sehr gemocht werden will, dass er vergisst, zu managen.

Klar ist: Der schlechte Chef hat viele Ausprägungen. Egal welchen Typ man aber ausgemacht hat: "Der erste Schritt ist die kritische Überprüfung der eigenen Wahrnehmung", sagt Jürgen Weibler, "Das muss man fairerweise mit in sein Kalkül aufnehmen."

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