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Je flacher die Hierarchien, desto innovativer das Unternehmen
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Innovationspotenzial

Flache Hierarchien für mehr Ideenreichtum

Teil 2: Unternehmen, in denen die Hierarchien flach sind, wirtschaften erfolgreicher

"Die deutsche Wirtschaft verschenkt noch viel zu viel Innovationspotenzial. Anstatt jedoch zu fordern, jede Firma egal welcher Größe solle einfach seine Hierarchiestufen zusammenstreichen, sind neue Antworten gefragt, wie auch in großen Unternehmen mit vielen Leitungsebenen Verantwortung delegiert und der Mitarbeiter an Entscheidungen des Managements beteiligt werden kann", sagt Walter Jochmann, Geschäftsführer bei Kienbaum. Außerdem zeigt die Studie, dass Unternehmen, in denen die Hierarchien flach sind, erfolgreicher wirtschaften.

Doch nicht nur die steilen Hierarchien stehen einer lebendigen Innovationskultur in den Firmen im Wege. Auch das Verhalten der Unternehmensführung spiele eine Rolle: Die Arbeitszufriedenheit und damit auch Motivation und Innovationskraft der Mitarbeiter variiere mit dem Führungssystem. Demnach sind Befragte, die in einem hierarchisch aufgebauten Unternehmen arbeiten, deutlich unzufriedener, als die, die flexibel arbeiten können.

Schlechtes Zeugnis für Chefs und deren Führungsstil

"Mitarbeiter und Teams, die vorrangig durch die Unternehmensgeschäftsführung geführt werden, können sehr selbstbestimmt und eigenverantwortlich arbeiten – das steigert die Motivation, sich stark für das Unternehmen zu engagieren und kreativ zu sein", sagt StepStone-Geschäftsführer Dettmers.

Allerdings ist dieser Führungsstil noch lange nicht in jedem Unternehmen angekommen. Deshalb stellen die Fachkräfte ihren Chefs auch ein schlechtes Zeugnis aus: Zwei Drittel der in der Studie befragten Fachkräfte halten ihre Führungskraft nicht für fit für die Herausforderungen der Zukunft.

Im Gegensatz dazu schätzen die Führungskräfte ihre Leistung wesentlich besser ein: Sie sind tendenziell davon überzeugt, dass sie eine Zukunftsvision verfolgen, die ihre Mitarbeiter anspornt, und dass ihre Mitarbeiter sie als Symbol für Erfolg und Leistung sehen. "Es gibt eine Diskrepanz zwischen dem Selbstverständnis der Führungskräfte und der von den Mitarbeitern erlebten Realität von Führung im Arbeitsalltag. Das eröffnet Potenziale für die zukünftige Gestaltung und Entwicklung von Arbeitsinhalten und -abläufen in den Unternehmen", sagt Kienbaum-Geschäftsführer Walter Jochmann.


Zuerst veröffentlicht auf: wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 05.07.2017

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