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Stress

Mails nach Feierabend

Teil 2: Forderung nach Flexibilität


Foto: D-aniel/ Fotolia.com

Der Personalvorstand der Deutschen Telekom, Marion Schick, macht sich jetzt für ein Umdenken stark: "Nicht die Möglichkeiten der Technik sind das Problem, sondern der Umgang damit ist es. Übertragen auf die Beziehungen zwischen Chefs und Mitarbeitern heißt das: Wo Führung versagt, fängt Burnout (leichter) an", schreibt die Personalmanagerin in einem Debattenbeitrag des Konzerns.

Auch der Bundesverband der Personaler (BPM) hatte sich schon im Juni gegen pauschale Verbote zur Erreichbarkeit ausgesprochen . "Das ist nicht zielführend", sagt BPM-Präsident und Airbus-Geschäftsführer Joachim Sauer. In vielen internationalen Unternehmen seien solche Vorgaben nicht durchführbar.
 
Und viele Arbeitnehmer wollen sie auch gar nicht – schließlich liegt in der Technik erst die Möglichkeit, flexibel zu arbeiten und so beispielsweise Familie und Beruf besser miteinander in Einklang zu bringen. Führungskräfte sollten einen vernünftigen Umgang mit Mails und Telefonaten einfordern und selbst vorleben. Betriebliche Regelungen, die den Bedürfnissen der Unternehmen, Abteilungen und einzelnen Mitarbeitern Rechnung tragen, seien sinnvoller als Gesetze, argumentiert der BPM.

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Rolle der Führungskräfte

Telekom-Personalmanagerin Schick etwa fordert, dass sich Führungskräfte darüber bewusst sein sollen, was eine Chefmail zu später Stunde für die Mitarbeiter bedeutet: Arbeitspsychologen zufolge bereitet vielen Arbeitnehmern das Ignorieren von Mails ähnlich viel Stress wie das Beantworten.

Doch kann sich nur gestresst fühlen, der überhaupt das Handy eingeschaltet und jede Mail per Pushfunktion angezeigt bekommt. Einige Unternehmen – darunter die Telekom und Volkswagen – haben bereits entsprechende Vereinbarungen getroffen, wonach die Erreichbarkeit nach Feierabend klar geregelt oder sogar ganz ausgeschlossen ist.


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