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Foto: M. Guenter/Pixelio
Frauenquote

Männer kapitulieren

Teil 2

Geschlechtsumwandlung. Was auf den ersten Blick wie ein billiger Witz wirkt, entwickelt sich für immer mehr hoch qualifizierte Männer zur bitteren Realität: Weil die Unternehmen eine gesetzliche Frauenquote fürchten wie der Teufel das Weihwasser, üben sie sich panikartig in vorauseilendem Gehorsam. Verpflichten sich freiwillig, den Frauenanteil in ihren Führungsetagen und Aufsichtsräten in den kommenden Jahren deutlich zu erhöhen. Suchen im In- und Ausland händeringend nach geeigneten Kandidatinnen. Und verordnen sich Frauenförderprogramme, um zumindest in ein paar Jahren die Chance zu haben, die selbst auferlegten Quotenziele zu erfüllen.

Kein Unternehmen will sich noch länger das Image eines Macho-Ladens leisten, kaum ein Konzernlenker lässt eine Gelegenheit aus, um zu betonen, sich nichts sehnlicher zu wünschen als mehr Frauen in Führungspositionen. Dass hoch qualifizierte Männer deshalb auf dem Karriere-Abstellgleis landen, wird stillschweigend in Kauf genommen. Die Ausgebremsten erfahren nun am eigenen Leib, was Frauen jahrzehntelang erdulden mussten.
 
Nach einer aktuellen Umfrage der WirtschaftsWoche unter allen börsennotierten deutschen Unternehmen breitet sich diese Haltung vor allem in Konzernen immer weiter aus: War die Deutsche Telekom vor gut einem Jahr noch einsamer Rufer in der Wüste, als sie sich öffentlichkeitswirksam eine Frauenquote von 30 Prozent für Management und Aufsichtsrat auferlegte, die bis 2015 erfüllt sein soll, ziehen nun immer mehr Unternehmen nach. Knapp die Hälfte der im Dax 30 notierten Arbeitgeber hat sich mittlerweile selbst eine Quote verordnet, will in den kommenden Jahren die Zahl der Frauen in Top-Management und Aufsichtsrat deutlich aufstocken. Foto: M. Guenter/Pixelio

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Der Artikel ist zuerst erschienen auf wiwo.de.
Dieser Artikel ist erschienen am 21.04.2011

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