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Neue Führungskräfte-Generation

Macht – nein danke

Claudia Obmann, Miriam Schröder
Die Arbeitswelt ändert sich fundamental. Social Media und eine neue Generation von Mitarbeitern lassen Manager umdenken: Es ist der Abschied von Hierarche und Befehlsgewalt. Die neuen Chefs müssen Gestaltungsräume für Wissens-Produktivität eröffnen.
Früher war ein Chef leicht zu erkennen: Er hatte das größte Büro, die lauteste Stimme und entschied, wo es langgeht. Doch die Tage des autoritären Managertyps sind gezählt.

Bei jungen Firmen wie Facebook, Google oder Xing ist das bereits anders: Hier sitzen die Führungskräfte inmitten ihrer Mitarbeiter und reden wie sie. Chefs gehen auf Kuschelkurs mit einer Generation, die dank des demografischen Wandels so begehrt und gleichzeitig so anspruchsvoll ist wie keine vor ihr. Generation Y, so nennen Soziologen die zwischen 1982 und 2000 Geborenen, die sich anschicken, die Arbeitswelt gründlich zu verändern.

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Schon aufgrund ihrer schieren Masse: Weltweit dürften sie im Jahr 2025 mehr als 75 Prozent der Erwerbstätigen stellen, allein in Deutschland umfasst diese Altersgruppe etwa 15 Millionen Menschen. Aber auch aufgrund ihrer Eigenschaften und Vorstellungen von Leben und Beruf.

Eine neue Gruppe von Beschäftigten

Selbstbewusst sind sie, voller Idealismus und Tatendrang. Social Media wie Blogs, Twitter oder Wikis schätzen sie, Hierarchien lehnen sie ab. Machtspiele sind ihnen zuwider, genau wie feste Arbeitszeiten. Sie lieben Freunde, Freizeit und Familie. Ehrliche Anerkennung ist ihnen wichtiger als ein schicker Titel auf der Visitenkarte.

Das alles zeigen Studien. Doch diese neue Gruppe von Beschäftigten zu führen ist alles andere als einfach. Dafür haben Arbeitgeber kein Patentrezept.

Respekt für Leistung und Erfahrung

Die Jungen in der Belegschaft sehen zwar kein Problem, einen Chef zu haben, denn sie zollen Leistung und Erfahrung Respekt. "Aber sie akzeptieren Entscheidungen nur, wenn sie sie für sinnvoll halten", sagt Stephan Dahrendorf.

Der Unternehmensberater war zuvor Personalchef beim Online-Netzwerk Xing. Weil die Angestellten dort im Durchschnitt erst 32 Jahre alt sind, wird Dahrendorf oft zu Vorträgen über die Generation Yeingeladen.

Nun aber als Chef zu denken ,Na dann erlaube ich mal die Facebook-Nutzung während der Arbeitszeit und spendiere Mitarbeitern ein paar Tage im Home Office' ist zu kurz gegriffen. Denn wir befinden uns in einer Ära fundamentalen Wandels, wie Arbeit auf allen Unternehmensebenen und über Organisationsgrenzen hinweg erledigt wird.

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