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Eckart von Hirschhausen
Eckart von HirschhausenFoto: Frank-Eidel
Hirschhausen hilft

Lustvoll arbeiten

Interview: Anne Koschik
Oft sind es kleine Tricks und Gedankenspiele, die jeder spontan gegen den Arbeitsfrust anwenden kann. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen? Eckart von Hirschhausen sagt "nein": Unternehmen sollten für Freude und Glück ihrer Mitarbeiter den richtigen Rahmen schaffen.
Eckart von Hirschhausen, promovierter Arzt, Schriftsteller und Comedian, ist zurzeit in Sachen Glück und als "Wunderheiler" unterwegs. Mit der bundesweiten Stiftung "Humor hilft heilen" unterstützt er seit Jahren Clowns, Ärzte und Pflegekräfte, die in Krankenhäusern mithelfen, für eine frohe Stimmung zu sorgen.

Das Glück fassen!

Erst 25 und schon die Nase voll vom Job – und dann liegen noch 40 Jahre vor einem! Wie soll man sich Tag für Tag zur Arbeit motivieren?

Hirschhausen: Wenn man sein Hobby zum Beruf macht, muss man nie mehr "arbeiten". Andererseits kann einem genau die Freude, die einem etwas "Sinnfreies" geben kann, verloren gehen. So wie in dem Witz, wo der Arzt dem Jazzmusiker sagt: "Sie haben nur noch zwei Wochen zu leben!" Und der antwortet entrüstet: "Aber wovon denn!"

Daher mein Tipp: Tun Sie Dinge um ihrer selbst willen.

Als ich als Kind mit der Zauberei anfing und Witze sammelte, hatte ich keine Ahnung, ob das mal zu etwas nützlich sein wird. Moderne Firmen wissen die Vielzahl der Talente, die jeder Mensch hat, zu schätzen und versuchen ihnen Freiraum zu geben. Wer von nörgeligen Chefs abhängig ist, kann in seiner Freizeit einen Ausgleich schaffen. Glück kommt selten allein, also am besten etwas mit Gemeinschaft, Musik, Tanz, Freude. Es sei denn, Sie sind Berufsmusiker. Dann gehen Sie vielleicht besser zum Ausgleich Tauchen.

Die Kröte schlucken?

Wie denke ich positiv, wenn mein Chef mich wieder nervt?

Eine der wirksamsten Techniken des emotionalen Judos ist: gute Gründe unterstellen. Wenn ich verstehen kann, dass der andere aus seiner Weltsicht, seinem Erleben und seinen Ängsten vielleicht Gründe hat, so zu sein und zu reagieren, dann bin ich nicht ständig im Kopf damit beschäftigt ihn zu verurteilen. Gleichzeitig kann ich mich etwas distanzieren und versuchen, mich von der Laune des anderen nicht anstecken zu lassen. Gedanklich kann man auch einmal die Plätze tauschen, und das Verrückte ist: Wenn man es mal konsequent zu Ende denkt, möchte man oft gar nicht tauschen, obwohl man oft denkt "Ich könnte das besser als er."


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