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Lieber das eigene Süppchen kochen

Teil 9: Lügen und betrügen


Foto: fotofrank/Fotolia

Zudem sind im gleichen Zeitraum insbesondere in den USA die Kosten für ein Hochschulstudium explodiert – viele Absolventen verlassen den Hörsaal mit Schulden. Um die möglichst schnell abzubauen, bewarben sich gerade die Besten unter ihnen bei den Investmentbanken.

Und genau hier fängt das Problem an. Denn einerseits sind die geistigen Überflieger ehrgeizig und erfolgreich. Andererseits gilt: Egal, wie klug jemand ist, Geld hat die Eigenschaft, den Charakter zu verderben – das hat der renommierte US-Psychologe Dacher Keltner von der Universität von Kalifornien in Berkeley in Dutzenden von Studien belegt.

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Sein Fazit: Personen aus der Oberschicht neigen in Verhandlungen und Gewinnspielen häufiger zum Lügen und Betrügen als andere Bevölkerungsgruppen. "Gier ist alles andere als gut", sagt Keltner, "denn sie untergräbt moralisches Verhalten."

Eine große Leere

Ein Spiel, das Susan Dreyer nicht mehr mitmachen wollte und ausstieg – auf dem Höhepunkt ihrer Karriere: Damals, im Februar 2008, wird die DWS-Managerin für die Verwaltung des besten Fonds mit deutschen Aktien gekürt.

Doch anstatt sich über die Auszeichnung zu freuen, fühlt sich Dreyer, die damals ein Vermögen von 1,7 Milliarden Euro verwaltete, als wäre sie in ein Loch gefallen. "Ich spürte weder Leidenschaft noch intellektuelle Herausforderung", erinnert sich Dreyer. "Da war nur noch eine große Leere, ich sah keinen Sinn mehr in meinem Tun."


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