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Karriere-Aussteiger

Lieber das eigene Süppchen kochen

Teil 8: Systembedingt?


Foto: fotofrank/Fotolia

Es scheint fast so, als müsste man für viele Top-Manager in der Finanzbranche noch eine vierte Gruppe definieren: Sie arbeiten hauptsächlich, um so viel Geld wie möglich zu verdienen. "Gäbe es an der Wall Street keine Gier mehr", frotzelte der ehemalige US-Arbeitsminister Robert Reich kürzlich, "dann bliebe nur Beton."
 
Warum scheint die Finanzbranche prädestiniert für unmoralisches Verhalten? Ökonomen, Soziologen und Psychologen sind sich darüber inzwischen einig: Das Streben nach Mehr, Mehr, Mehr ist gewissermaßen systemimmanent.

Kein Wunder: Die Angestellten arbeiten meist bis tief in die Nacht, Kontakte außerhalb der Branche gibt es kaum. Das Privatleben hat den Namen nicht verdient, das Familienleben ist bis auf die letzte Minute durchgetaktet, Telefonkonferenzen werden gerne morgens um fünf abgehalten, bevor die Kinder wach werden.

Die besten Jobs von allen


Hohes Budget, hohe Gehälter

Freitagsabends geht es mit dem Flieger nach New York, sonntags nach London, montags nach Frankfurt. Statussymbole wie Luxuskarossen und protzige Villen sollen die Qualen ebenso lindern wie die Flasche Rotwein im Restaurant, gerne zum Preis von 1000 Euro aufwärts.

Hinzu kommt: Die Summen, mit denen Investmentbanker täglich hantieren, haben sich in den vergangenen Jahren enorm potenziert. Allein die Kunden des Goldman-Renegaten Greg Smith verwalteten insgesamt umgerechnet etwa 800 Milliarden Euro. Und je höher das Budget der Kunden, desto höher die Gehälter.


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