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Karriere-Aussteiger

Lieber das eigene Süppchen kochen

Teil 6: 15.000 Suppen täglich


Foto: fotofrank/Fotolia

Ausgestattet mit dem Selbstbewusstsein eines erfolgreichen Investmentbankers ließ der damals 36-Jährige die Bankkarriere sausen und gründete im Herbst 2006 Roggenkamp Organics. Kaufte, gegen den Rat seines Vaters und den eines lokalen Bankers, für 750.000 Euro die Produktionsanlagen einer alten Corned-Beef-Fabrik, die die BSE-Krise nicht überlebt hatte.

Ein gutes Jahr experimentierte Roggenkamp, der schon im Studium als Koch gearbeitet hatte, mit Rezepturen, die er gemeinsam mit befreundeten Spitzenköchen wie Thomas Bühner aus dem Sterne-Restaurant La Vie in Osnabrück entwickelt, bis er die ersten Produkte auf der Kölner Lebensmittelmesse Anuga präsentierte:

Die besten Jobs von allen


frische, kalorienarme Suppen, hergestellt aus regionalen, biologisch kontrollierten Zutaten, ohne Geschmacksverstärker oder Farbstoffe, verfeinert um exotische Gewürze wie Sternanis oder Anapurna-Curry.

Suppen, Speiseeis und Salatsoßen - alles bio

Erste Edeka-Händler orderten die Suppen, doch erst nach zwei Jahren produzierte er profitabel. Um die Maschinen nicht nur im Herbst und Winter auszulasten, begann er mit der Herstellung von Speiseeis und Salatsoßen, demnächst sollen Majonaise, Sauce béarnaise und hollandaise hinzukommen.

13 fest angestellte Mitarbeiter und je nach Auftragslage bis zu 60 Arbeiter, die Roggenkamp aus den umliegenden Justizvollzugsanstalten auf Zeit ins Unternehmen holt, produzieren schon heute bis zu 15.000 Suppen täglich. Die Produkte liegen allein in Deutschland in den Kühlregalen von 3500 Läden, darunter Biomarktketten wie Alnatura und Basic, aber auch Feinkostläden wie Käfer’s in München.


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