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Karriere-Aussteiger

Lieber das eigene Süppchen kochen

Teil 5: Wirbelstürme und Derivatefonds


Foto: fotofrank/Fotolia

Er leitete ein Team mit 90 Mitarbeitern, hatte viel Arbeit, ein sattes Gehalt und hohe Boni. Er führte ein angenehmes, ein schnelles Leben, mit dicken Autos und vielen Partys. Und dann tauchten plötzlich Katrina, Wilma und Rita auf.

Die Wirbelstürme richteten zwischen Ende August und Ende Oktober 2005 verheerende Schäden an – auch an Roggenkamps Karriereleiter. Über Nacht pulverisierten die Stürme ein Gros der Gewinne seines Derivatefonds. Kurz darauf verlor er seinen Job.

Die besten Jobs von allen


Er nahm sich eine Auszeit, kehrte auf den Bauernhof seiner Eltern zurück und bezog sein altes Kinderzimmer, in dem immer noch die Fußballposter von früher an der Wand hingen. Er half seinem Vater bei der Pflege der demenzkranken Mutter und dachte über seine Zukunft nach.

Gedanken über die Zukunft

Vier Monate und drei Jobangebote später hatte Roggenkamp eigentlich seine Rückkehr nach London beschlossen, ein Vertrag mit der Investmentbank Bear Stearns war unterschriftsreif.

Doch als er nach dem finalen Gespräch in einen Supermarkt ging und dort einen Becher Suppe aus dem Kühlregal nahm, beschlichen ihn Zweifel an der Rückkehr in sein altes Leben. Warum, fragte er sich, gibt es solche Suppen eigentlich nicht in Deutschland?


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