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Karriere-Aussteiger

Lieber das eigene Süppchen kochen

Teil 3: Held? Heckenschütze?


Foto: fotofrank/Fotolia

Für die anderen ist Smith ein feiger Verräter, der seinen persönlichen Frust wegen einer geplatzten Beförderung für eine Generalabrechnung nutzte. New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg etwa, dessen Unternehmen ein wichtiger Goldman-Sachs-Kunde ist, nannte die Vorwürfe "irrwitzig".

Doch egal, ob Held oder Heckenschütze – mit seinem offenen Brief hat Smith deutlich gemacht: Spätestens seit Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007 gibt es immer mehr Menschen, die der Finanzbranche erst jahrelang gedient haben – um ihr dann umso entschiedener den Rücken zu kehren.

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Entweder, weil sie gekündigt werden und den ursprünglich unfreiwilligen Bruch zur radikalen Neuorientierung nutzen. Oder weil sie ganz bewusst aus dem sprichwörtlichen Hamsterrad ausbrechen wollen.

Raus aus dem Hamsterrad

Sich dazu entscheiden, das Höher-Schneller-Weiter nicht mehr mitzumachen, Beförderungen ablehnen und ihre beruflichen Ziele herunterschrauben. Andere wiederum steigen ganz bewusst aus, weil sie keinen Sinn mehr darin erkennen können, Geld um des Geldes willen zu mehren.

Oder weil sie sich gefangen fühlen in den Mühlen eines Konzerns, in dem Hierarchiedenken jede individuelle Kreativität tötet. Sie verzichten auf dicke Dienstwagen, hohe Boni, öffentliches Blitzlichtgewitter; engagieren sich stattdessen unentgeltlich in Wohltätigkeitsorganisationen; werden Modehändler, Ökobauer oder eröffnen ein Restaurant.


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