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Karriere-Aussteiger

Lieber das eigene Süppchen kochen

Teil 2: Großer Kontrast


Foto: fotofrank/Fotolia

Heute macht Hartmann eine Ausbildung zum Sozialpädagogen in einem Schweizer Waisenhaus. Von der globalen Hochfinanz in eine Einrichtung für benachteiligte Jugendliche – der Kontrast, für den Alexander Hartmann sich entschieden hat, könnte kaum größer sein, und das freiwillig.

Denn Hartmann wurde weder gefeuert, noch hat er finanziell bis ans Lebensende ausgesorgt. Doch eines Tages meldete sich sein Gewissen. Erst ganz leise, dann, im Laufe der Jahre, immer lauter. Irgendwann konnte er es nicht mehr überhören, gehorchte ihm und verabschiedete sich von der Finanzbranche. Endgültig.

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Verdorbene Firmenkultur

Greg Smith kennt dieses Gefühl sicher, auch wenn er sich für einen lauteren Abschied entschied. Vor knapp zwei Wochen kündigte der 33-jährige Investmentbanker bei Goldman Sachs – und verkündete diese Entscheidung am selben Tag mit einem öffentlichkeitswirksamen Paukenschlag:

In einem Artikel für die "New York Times" schilderte er nicht nur die Gründe seiner Entscheidung, sondern rechnete mit der seiner Ansicht nach verdorbenen Firmenkultur und dem Management um Bankchef Lloyd Blankfein ab.

Die Resonanz war enorm: In sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter, mittlerweile verlässliche Seismografen für gesellschaftliche Stimmungen, wurde der Text 100.000-fach geklickt und weitergeleitet. Für die einen ist Smith ein mutiger Held, der wagte, die Wahrheit auszusprechen. Selbst Henry Goldman III, der Urenkel des Bankgründers sagte, Smith habe "einen Treffer ins Schwarze" gelandet.


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