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Karriere-Aussteiger

Lieber das eigene Süppchen kochen

Teil 11: Imbissbude statt Computerbildschirme


Foto: fotofrank/Fotolia

Gedanken, die auch Thomas Brauße durch den Kopf schießen, wenn er im Vorzelt seiner Imbissbude auf einer Bierbank sitzt und mit den Anzugträgern plauscht, die bis vor einigen Jahren noch seine Arbeitskollegen hätten sein können.

Zurück zu flackernden Computerbildschirmen und Begriffen wie Risk Management und Cash-Flows? Auf keinen Fall. Gut erinnert sich der Ex-Banker noch an diesen Moment im Dezember 2008, als er Besuch von seinem Personalchef bekam und dieser einen Rechtsanwalt im Schlepptau hatte.

Die besten Jobs von allen


Braußes erster Gedanke: "Die machen hier jetzt die Lichter aus." Kurz darauf war sein Computerbildschirm aus und die Telefonleitung stumm. Allerdings traf es den Abteilungsleiter der Wertpapierabwicklung eines Brokers nicht unvorbereitet.

"Frankfurter Worscht Börse"

Schon häufig hatte er zur Mittagszeit am Fenster seines Büros im Frankfurter Messeturm gestanden, die Geschäftsleute unten auf der Straße beobachtet und an seinen Plan B gedacht: eine eigene Imbissbude. Die ist inzwischen kein Tagtraum mehr, sondern Wirklichkeit.

Im Sommer 2009, ein halbes Jahr nach seiner Freistellung, eröffnete der 46-Jährige die "Frankfurter Worscht Börse" – in einem ausgedienten Linienbus. Mehr als 850.000 Kilometer hatte der Bus bereits hinter sich, als er sein zweites Leben begann – ohne funktionierenden Rückwärtsgang.


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