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Karriere-Aussteiger

Lieber das eigene Süppchen kochen

Teil 10: In die Schule


Foto: fotofrank/Fotolia

Am Tag nach der Preisverleihung zieht Dreyer die Notbremse und kündigt. Sie, die mit 34 Jahren scheinbar alles erreicht hatte – große Wohnung, schickes Auto, hohes Gehalt. Und doch keine Antwort wusste auf die Frage: Was mache ich eigentlich mit meinem Leben?

Erst einmal einen Schnitt: Dreyer trennt sich von einem Großteil ihres Vermögens und Besitzes. Zieht nach Berlin, unterrichtet erst die 8. und 9. Klasse einer Gesamtschule in Mathematik, schreibt dann ein viel beachtetes Buch über die Finanzbranche. Und fängt 2010 als Managerin beim Carbon Disclosure Project an, einer Non-Profit-Organisation, die transparent macht, wie umweltfreundlich Unternehmen agieren.

Die besten Jobs von allen


Das heißt: 85 Prozent weniger Gehalt, dafür mit einer 70-Stunden-Woche längere Arbeitszeiten als in der Finanzbranche. Und das unbezahlbare Gefühl, "endlich für eine gute Sache unterwegs zu sein", statt dem nächsten Bonus und der Beförderung hinterherzujagen.

So wie ihre Ex-Kollegen, mit denen Dreyer immer mal wieder telefoniert. Um dann zu hören, wie nervenaufreibend und mühsam deren Engagement an den Märkten gerade ist. "Das", sagt Dreyer, "will ich mir nicht mehr antun."


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