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Liebe im Job
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Partnerbörse Büro

Liebe am Arbeitsplatz ist Alltag in Deutschland

wiwo.de
Die Deutschen lieben gerne am Arbeitsplatz. Jeder fünfte Arbeitnehmer war schon einmal in einen Kollegen verliebt, manche beginnen sogar feste Partnerschaften. Was an der Büroliebe so reizvoll ist.
"Ich habe mich in meinen Kollegen verliebt." Dieser Satz ist bei fast jedem fünften Arbeitnehmer in Deutschland schon einmal gefallen. Denn laut einer aktuellen Studie haben sich 19 Prozent schon einmal am Arbeitsplatz verliebt, knapp ein Fünftel der Berufstätigen hatten sogar schon einmal eine feste Beziehung am Arbeitsplatz.

Das ergab eine repräsentativen Studie, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von XING im Januar 2013 durchgeführt hat.

Dass die Wahl häufig auf den Kollegen aus dem Nachbarbüro fällt, liegt laut dem Paartherapeuten und Psychologen Klaus Heer auch daran, dass man denjenigen schon besser kenne, als den Bekannten der Freundin oder etwa den Nachbarn: "Nirgendwo sonst kann man den potenziellen Partner so genau unter die Lupe nehmen, bevor man sich auf ihn einlässt", so Heer.

Auf der Suche nach Nähe

Das bestätigt auch die Studie: Über die Hälfte derjenigen, die bereits eine feste Partnerschaft an ihrem Arbeitsplatz eingegangen sind oder sich eine solche vorstellen können, sieht es als Vorteil an, dass man seinen Partner durch die Arbeitstätigkeit bereits kennt und somit nicht "die Katze im Sack" kauft.

Ein knappes Fünftel (17 Prozent) derjenigen, die bereits eine feste Partnerschaft an ihrem Arbeitsplatz eingegangen sind, hat dafür sogar eine bestehende Beziehung beendet. "In schweren Zeiten sehnen sich die Menschen typischerweise nach mehr Zärtlichkeit, emotionaler und körperlicher Nähe", erklärt Jakob Pastötter, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung, diese Entwicklung.

Sicherheit und Geborgenheit

Die Triebkraft dahinter sei weniger sexuelle Abenteuerlust als der Wunsch nach einem Flirt oder sogar eine daraus entstehende Beziehung als eine Art Zufluchtsort: In wirtschaftlich guten Zeiten seien viele nicht auf einen Partner angewiesen, weil sie sich die Einsamkeit mit Geld und Erfolg versüßen können. Den meisten gehe es zumeist um Sicherheit und Geborgenheit – oder eben schlichtweg um die finanzielle Absicherung: Wenn der eigene Job gefährdet ist, beruhigen zwei Einkommen schließlich mehr als eines.

Führungskräfte und männliche Befragte stehen einer festen Partnerschaft am Arbeitsplatz übrigens positiver gegenüber als Frauen oder Fachkräfte. Jeder Dritte der Befragten befürwortet den Arbeitsplatz als Ort der Beziehungsfindung zudem, weil man im Privatleben nur noch selten Leute kennen lerne.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 22.02.2013

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