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Problem gelöst!
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Krisenbewältigung

Leichtes Training für starke Geisteshaltung

Claudia Obmann
Große Probleme? Weg damit! Man muss sie nur in kleine Problemchen zerlegen und Schritt für Schritt beheben. Mit Minierfolgen kommen Manager schneller heraus aus der beruflichen Krise, sagt Psychologe Michael Kastner.
Der Mediziner und Psychologe der Uni Heidelberg ist Experte in Sachen Widerstandskraft. Er trainiert Manager, damit sie angesichts des steigenden Drucks und zunehmender Komplexität in der Arbeitswelt mehr Gelassenheit und Zuversicht aufbringen.

Eine Firmenpleite zu verantworten, Gegenstand einer Ermittlung oder einer Online-Entrüstungswelle zu sein, sind belastende Erlebnisse, die nicht jeder gleich gut wegsteckt. Welche Eigenschaften kennzeichnen diejenigen, die in solchen beruflichen Krisen gelassen bleiben?

Menschen mit dickem Fell zeichnen sich durch eine hohe Selbstsicherheit und großen Kampfgeist aus. Sie ruhen in sich und sagen sich angesichts der dramatischsten Situation noch: "Ich krieg das schon wieder hin."

Davon abgesehen: Gibt es eine kluge Vorgehensweise, um solche Krisen seelisch unbeschadet zu überstehen?

Ich empfehle die Taktik der kleinen Schritte – also, die Problemfülle zu zerlegen und die Haltung einzunehmen: ein Feind nach dem anderen. Das hat den Vorteil, dass sich schneller erste Erfolgserlebnisse erzielen lassen. Und die wiederum sind sehr wichtig, weil sie Betroffenen das Gefühl geben, nicht hilflos ausgeliefert zu sein.

Also raus aus der Opferrolle?

Unbedingt. Aber das Allerwichtigste ist soziale Unterstützung. Suchen Sie sich Hilfe, umgeben Sie sich mit Leuten, die in der Krise zu Ihnen stehen und die Mut machen.



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