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Ortswechsel

Leben und arbeiten in Toronto

Tobias Heyer
Eishockey ist der beliebteste Sport in der größten Stadt Kanadas. Eine multikulturelle Bevölkerung sorgt zudem für Abwechslung. Zwei Erfahrungsberichte vermitteln einen Eindruck von einem Land, in dem Traditionen mit Innovation zusammentreffen.
Die größte Stadt Kanadas lebt multikulturelles LebenFoto: © Gheorghe Roman - Fotolia.com
Mit Auto und Flugzeug zum Meeting
Maiti Leinss arbeitet als Marketingspezialistin, liebt die Kraft der Jahreszeiten und schwört auf hausgemachte Nudeln nach schwäbischem Rezept.
Die Spätzlemaschine war mit im Gepäck, als Maiti Leinss aus Lorch im Ostalbkreis vor knapp zwei Jahren in Richtung Kanada aufbrach. "Ich komme aus Schwaben, da kann ich auf selbst gemachte Spätzle nicht verzichten", erzählt die 26-Jährige, die ihrem Freund nach Toronto folgte. Ein Jobangebot und die Möglichkeit, Auslandserfahrungen zu sammeln, waren die wichtigsten Gründe für die Entscheidung.

Die besten Jobs von allen

Daneben entschied sich Maiti Leinss, deren Vorname aus dem Französischen stammt, aber auch für Toronto, weil es dort noch echte Jahreszeiten gibt. Leinss, die Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Automobilmarketing an der FH Nürtingen-Geislingen studiert hat, schwärmt von eiskalten Wintern und warmen Sommern. Heute arbeitet sie als Marketingspezialistin bei Continental Tire Canada.Eislaufen ist neben dem Eishockes ein beliebtes HobbyIn der Freizeit schnallt sie sich im Winter die Skier unter oder spaziert mit Schlittschuhen über der Schulter zu einer Eisbahn im Stadtzentrum. Im Sommer spielt sie Golf und fährt Motorboot. 70 Prozent der GTA (Greater Toronto Area) ist mit Wasser bedeckt, es gibt 250000 Seen.Im Berufsalltag verbringt Leinss viel Zeit in Auto und Fliegern. Bis zu 45 Minuten fährt sie täglich zur Arbeit - für kanadische Verhältnisse ist das kurz. "Entfernungen sind in so einem riesigen Land relativ", erzählt die Schwäbin. Video- oder Telefonkonferenzen sind im Arbeitsalltag normal, Geschäftsreisen keine Seltenheit. In Toronto spricht sie Englisch, mit Kunden aus Quebec Französisch.Die kulinarischen Angebote in Kanada sind vielfältigDiese kulturelle Vielfalt erlebt sie überall in Toronto, wo über 80 Nationalitäten leben. "Einerseits passen sie sich Kanada an, andererseits vergessen sie aber auch ihren Ursprung nicht", erzählt die 26-Jährige. Restaurants, Bauweisen, Kleidungsstile - all das sei von den vielen Nationalitäten geprägt. Wohl deshalb gebe es auch kein klassisches kanadisches Nationalgericht, nur den Ahornsirup in unterschiedlichsten Variationen.Vielleicht hat Leinss deswegen auch kein Lieblingsrestaurant und probiert gerne Neues aus: Dim Sum und Peking Ente in Chinatown, Pasta in Little Italy, griechische Spezialitäten in Greek Town. Downtown isst sie beim Thai, Japaner, Inder oder im Seafood & Grill-Restaurant. Doch eins vermisst die Schwäbin dann doch: "Wenn es hier noch Leberkäs gäbe, wäre ich wunschlos glücklich."

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