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Ortswechsel

Leben in der "Windy City"

Peter Marz
Der Rechtsanwalt Linhard Stepf vermarktet in Chicago eine deutsche Region - er leitet die Niederlassung der Frankfurt Rhein-Main GmbH. Seit knapp einem Jahr lebt der Berliner in der drittgrößten Stadt der Vereinigten Staaten und genießt die Sonnenaufgänge über dem See.
Linhard Stepf lebt seit einem Jahr in ChicagoFoto: © Privatfoto
Linhard Stepf liebt seinen Arbeitsplatz: Das Büro des Berliners liegt im 33. Stock eines Wolkenkratzers. Rechts und links flankiert moderne Hochhaus-Architektur das Panorama, unten fließt der Chicago River, an dessen Ufer im Sommer Ausflugsboote festmachen; dahinter erstreckt sich das Blau des Michigan-Sees.Der 38-jährige Rechtsanwalt leitet die Niederlassung der Frankfurt Rhein-Main GmbH. Er vermarktet die Region als Investitionsstandort für amerikanische Firmen. Stepf, der einen MBA der University of Chicago hat, war zuvor beim selben Arbeitgeber Projektleiter USA, Kanada und Brasilien. Seit knapp einem Jahr lebt er in der drittgrößten Stadt der Vereinigten Staaten. "Chicago ist wie ein kleines New York mit einem See", resümiert er, "und die Leute hier sind eine Runde netter und zuvorkommender."

Die besten Jobs von allen

Seine Erfahrung im Geschäftsleben: Deutsche fallen durch übergenaues Arbeiten auf. "Man stellt fest, dass der Amerikaner erst handelt und dann schaut, während der Deutsche alles schriftlich festhält, bevor er den ersten Schritt macht. Der Amerikaner ist schon zehn Meter gelaufen, während der Deutsche noch überlegt, ob er den Fuß auf den Boden setzen soll. Das verstehen die Menschen hier nicht immer."In der "Windy City" joggen die Leute zu jeder Tageszeit um den SeeStepf schätzt es sehr, dass man Downtown alles zu Fuß erreichen kann: Supermärkte, Bars oder Restaurants, wo - dank der vielen Einwanderer - fast alle Küchen der Welt zu Hause sind.Auch seine Wohnung liegt im Zentrum, im 17. Stock. Wenn der deutsche Business-Botschafter sich auf seinem Balkon vorbeugt, kann er den Sonnenaufgang über dem See genießen. Doch oft heult der Wind um die Fassaden: Chicago trägt den Beinamen "the Windy City". Was viele der rund drei Millionen Einwohner nicht daran hindert, zu jeder Tageszeit am See zu joggen - wie der Deutsche nach der Arbeit.Überhaupt seien die Chicagoer Sportfanatiker. Stepf empfiehlt einen Besuch beim Baseballteam Chicago Cubs, selbst wenn man von diesem Sport keine Ahnung habe, sei die Stimmung im Wrigley-Stadion "einzigartig". Stepf: "Das ist eine große Party, bei der nebenher ein Spiel läuft." Derzeit spielt Stepf mit dem Gedanken, im Sommer segeln zu lernen. Doch zunächst wartet er auf das Ende des Winters. Temperaturen von minus 18 Grad sind zurzeit in Chicago keine Seltenheit.Lesen Sie hier mehr über das Arbeiten im Ausland:Leben und arbeiten in Toronto"In Hongkong ist immer highlife"Harte Zeiten in der Autostadt Detroit
Dieser Artikel ist erschienen am 05.02.2010

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