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Mobbingopfer
Foto: Artem-Furman/Fotolia.com
Film über Psychoterror

Lasst mich in Ruhe!

Teil 2: Nachweisbare Systematik

Wo genau verläuft die Grenze zwischen normalen Streitereien und gezielter Schikane? Experten sagen: Solange sich das Opfer wehren kann, ist es noch kein Mobbing.

Erst wenn der Prozess über ein längere Zeit hinweg stattfindet, sich eine Systematik zeigt und das Opfer in dauerhafte Unterlegenheit gerät, kann von Mobbing gesprochen werden.

Der Konfliktforscher Friedrich Glasl hat verschiedene Eskalationsstufen ausgemacht. Im extremsten Fall geht es ihm zufolge darum, das Mobbingopfer komplett niederzumachen. Nicht selten erreicht ein Mobbingprozess diese Stufe.

Keine Antwort auf das "Warum?"

Die Suche nach Ursachen ist für die Opfer quälend. Das zeigen die beiden Regisseure eindringlich. Bin ich schuld? Was habe ich falsch gemacht? Oft gibt es darauf keine Antwort.

Zwar kann Mobbing aus einem Konflikt heraus entstehen, aber das muss nicht so sein.

Fatal ist, dass sich das Opfer während der anhaltenden Schikane verändert. Die ständigen Angriffe gehen nicht spurlos an der Seele vorbei. Das kann auch das soziale Umfeld belasten.

Verantwortungslose Täter

Eine Interviewte berichtet, dass ihr Ehemann ihr eines Tages nicht mehr glauben wollte. "Man damaliger Mann mutmaßte: Irgendwo musst du einen Grund dafür gegeben haben, gemobbt zu werden."

Victim-Blaming wird es genannt, wenn dem Opfer selbst die Schuld an seiner Misere zugeschoben wird. Bei Mobbing kommt es in der Regel zu so einem Verhalten. Die Täter und die Mitläufer weisen die Verantwortung von sich und dem Opfer zu.


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