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Mobbingopfer
Foto: Artem-Furman/Fotolia.com
Film über Psychoterror

Lasst mich in Ruhe!

Tina Groll, zeit.de
Mobbing zerstört Menschen. Und es vergiftet das Betriebsklima. Das haben Jürgen J. Köster und Ruben van den Belt in einem neuen Film untersucht. Sie lassen die Opfer sprechen und zeigen Auswege.
Ständig werden dem Kollegen Informationen vorenthalten, oder er wird absichtlich falsch informiert. Irgendwann zieht ihn der Chef zur Rechenschaft. Kritik ist alltäglich, selbst kleinste Vergehen werden aufgebauscht. Dann bekommt der Mitarbeiter nur noch unliebsame und stumpfsinnige Arbeiten. Vielleicht versetzt man ihn.

Aufstiegschancen, Anerkennung und Ermutigung gibt es nicht. Immer mehr Kollegen distanzieren sich, oder sie halten sich lieber heraus: "Ich will da nicht reingezogen werden." 

Am Ende stellt der Betroffene fest: Ich bin Mobbingopfer geworden.

Was sagen Psychologen und Juristen?

Die beiden Filmemacher Jürgen J. Köster und Ruben van den Belt sind der Abwärtsspirale des Mobbings nachgegangen. Sie haben in Deutschland und den Niederlanden mit Opfern gesprochen und Psychologen, Mobbingexperten, Arbeitsberater und Juristen interviewt.

Der Film "Mobbing und nun..." analysiert Mobbingprozesse und zeigt, welche fatalen Auswirkungen Mobbing hat.

Dramatische Folgen

Gut jeder Neunte wird im Laufe seines Berufslebens einmal Opfer von Mobbing und Schikane, zeigt eine Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Die Folgen können dramatisch sein: Gezielte Schikane kann Menschen zerstören.

Eine Betroffene, die der Dokumentarfilm zeigt, möchte nicht erkannt werden. Unkenntlich gemacht und mit verzerrter Stimme berichtet sie von ihrer auswegslos scheinenden Lage. "Ich wachte nachts oft schweißgebadet auf, mein Schlafanzug war pitschnass." Ein anderer berichtet, wie ihn Mobbing in eine tiefe Depression gebracht hat: "Ich fahre über die Landstraße und mir ist alles egal."

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