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Kündigen: so geht es, ohne der Karriere zu schaden
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Arten der Kündigung

Der große Abgang – mit Stil und ohne

Teil 2: Abgang mit großer Abrechnung

Etwa acht Prozent gehen mit einer Vorankündigung. Auch bei diesen Mitarbeiter steht das Interesse im Vordergrund, den Kontakt mit dem Unternehmen, den Kollegen und Vorgesetzten nicht zu verbrennen. Sie ziehen den Chef schon vor der Kündigung ins Vertrauen und sagen offen, dass sie sich beruflich verändern wollen. So kann sich das Unternehmen auf ihr Ausscheiden vorbereiten. Die Chefs finden diesen Stil gut und bedauern in der Regel die Kündigung dieser Mitarbeiter. Aber: Der Kontakt besteht danach oft noch fort.

Ein knappes weiteres Drittel der Kündigungen wird ebenfalls noch positiv, aber deutlich sachlicher, neutraler und knapper gestaltet. Diese Mitarbeiter halten das Prozedere kurz. Sie wünschen oft kein persönliches Gespräch mehr. Entweder, weil sie nicht an dem Job hängen, oder weil sie den Nutzen einer Kontaktpflege für gering einschätzen. Der Wille ist jedoch da, die Kündigung weitgehend im Guten über die Bühne zu bringen. Die Forscher bezeichneten diesen Stil als "oberflächlich".

Negative Gefühle

Ganz anders dagegen dagegen der Stil von Mitarbeitern, die ihre Kündigung als fulminanten Abgang nutzen. Immerhin jede zehnte Kündigung wird mit einer großen Abrechnung begangen. Diese Mitarbeiter teilen dem Vorgesetzten in der Regel entweder noch einmal offen mit, was sie von ihm und dem Unternehmen an sich denken. Bei dieser Art der Kündigung sind oft negative Gefühle im Spiel, nicht selten spielt Rache eine große Rolle. Der Untersuchung zufolge geht die Rechnung der Beschäftigten auf: Frust, Ärger oder Angst sind die Gefühle, die die Vorgesetzten am Ende haben. Immerhin: An diese Form der Kündigung erinnern sich die Chefs meist noch ziemlich lange.

Knapp weitere zehn Prozent aller Kündigungen werden eher vermeidend vollzogen. Diese Mitarbeiter scheuen die Auseinandersetzung, am liebsten würden sie vermutlich einfach still ausscheiden. Sie teilen in der Regel ihre Kündigung schriftlich mit und verlieren keine Worte über die Gründe dafür.

Und dann gibt es noch diejenigen, die impulsiv kündigen – meist aus Affekt und Wut. Der Untersuchung zufolge verlaufen etwa vier Prozent der Trennungen auf diese Weise. Hier stehen natürlich negative Gefühle im Vordergrund. Und dieser Kündigungsstil hinterlässt schlechte Erinnerungen, wird er doch als unprofessionell wahrgenommen.



Was lernt man nun daraus? Tatsächlich sind Kündigungen mit Ankündigung im Vertrauen, stilecht mit großer Dankbarkeit und Kündigungen, die korrekt ablaufen, am besten für alle Beteiligten. Sie helfen dabei, berufliche Kontakte mitzunehmen und zu pflegen.

Wer im Affekt, konfliktscheu oder gar mit großer Wut kündigt, hinterlässt negative Assoziationen. Und wer einen Job einfach nur korrekt, aber ohne großes Tamtam kündigt – der bleibt dem Ex-Chef in der Regel nicht in großer Erinnerung.

Zuerst veröffentlicht auf zeit.de
Dieser Artikel ist erschienen am 13.12.2016

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