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Präsentismus
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Präsentismus

Krank zur Arbeit gehen kann teuer werden

Teil 2: So wappnen Sie sich gegen Viren & Co.

Und so kann gerade in einem Großraumbüro aus einem erkälteten Mitarbeiter schnell ein hoher Krankenstand werden. Viele Beschäftigte meinen es noch gut, wenn sie trotz Krankheit bei der Arbeit erscheinen. Sie wollen nicht, dass die Kollegen ihre Arbeit übernehmen müssen, weil sie wegen einer einfachen Erkältungskrankheit einen oder mehrere Tage zu Hause sind.

Doch das ist weder im Interesse des Arbeitgebers noch in dem der Kollegen: Studien zeigen, dass die Kosten für Präsentismus die Kosten durch krankgemeldete Mitarbeiter um das Zehnfache übersteigen. Einer US-Studie zufolge, die im Journal of Occupational and Environmental Medicine erschienen ist, hat allein die US-Wirtschaft einen Produktivitätsverlust durch Präsentismus von 160 Milliarden Dollar pro Jahr.

Gemeinschaftsarbeitsplätze desinfizieren

Wie schützt man sich am besten? Hygiene ist sehr wichtig. Unternehmen tun gut daran, in den Gemeinschaftsräumen, auf den Toiletten und in der Küche Spender mit Handdesinfektion aufzustellen. Außerdem sollte man sorgfältig und mehrmals am Tag die Hände waschen. Es ist sogar sinnvoll, den direkten Kontakt mit dem Türgriff oder dem Wasserhahn tatsächlich zu vermeiden und diese lieber mit einem Papiertuch anzufassen.

Wer bereits krank ist, sollte nicht in die Hände niesen oder husten, sondern idealerweise in ein Taschentuch und nur im Notfall den Ellenbogen benutzen. Ansteckungen verhindert man außerdem, wenn man an gemeinschaftlich genutzten Arbeitsplätzen streng auf Hygiene achtet: Die Tastatur, die Maus, den Bildschirm, den Tisch und den Telefonhörer sollte man daher nach jeder Benutzung am Ende des Arbeitstags mit einem desinfizierenden Reinigungsmittel säubern.

Besser doch mal liegen bleiben

Am wirkungsvollsten ist es allerdings, neben der jährlichen Grippeimpfung lieber einen oder mehrere Krankheitstage in Kauf zu nehmen. Wer sich um seinen Arbeitsplatz sorgt, lässt sich schon am ersten Krankheitstag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt ausstellen. Eine Kündigung wäre in diesem Fall unwirksam.

Zuerst veröffentlicht auf zeit.de
Dieser Artikel ist erschienen am 17.01.2016

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