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Präsentismus
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Präsentismus

Krank zur Arbeit gehen kann teuer werden

Tina Groll, zeit.de
Kommen Mitarbeiter krank zur Arbeit, wird das Büro zum Virenparadies. Und das hat Folgen. Studien zeigen, dass die Folgekosten zehnmal höher sind, als wenn sich Arbeitnehmer auskurieren.
Bis zu vier Erkältungskrankheiten im Jahr sind bei gesunden Erwachsenen ganz normal. Selbst wenn die Erkrankung an sich nicht besorgniserregend ist, die Symptome wie Hals- und Kopfschmerzen, Schnupfen, Husten und Fieber nach einigen Tagen wieder abklingen – für Arbeitgeber ist sie ärgerlich: Im Schnitt verursachen Erkältungen oder grippale Infekte pro Arbeitnehmer und Jahr fünf bis zehn Fehltage.

Lange nicht jeder Arbeitnehmer bleibt deshalb zu Hause. Präsentismus heißt das Phänomen, wenn Beschäftigte sich trotz Krankheit zur Arbeit schleppen – auch wenn sie gar nicht leistungsfähig und sehr ansteckend sind.

Mitarbeiter in Großraumbüros oder im Verkauf besonders gefährdet

Ihre Viren übertragen sie außer über direkten Kontakt und Tröpfcheninfektion vor allem durch indirekten Kontakt. Besonders wer einen Job mit sehr viel Kundenkontakt hat, etwa im Verkauf, oder in einem Großraumbüro mit vielen anderen Menschen arbeitet, kann sich leichter anstecken. Weil die meisten Menschen in die Hand niesen oder husten, verbreiten sie ihre Keime weiter, sobald sie etwas anfassen. Die Viren sitzen dann an Türklinken, Wasserhähnen, der Kaffeemaschine in der Teeküche, an Fahrstuhlknöpfen. Manche sind wochenlang ansteckend, gerade wenn es kalt ist. Das gefährliche Influenzavirus bleibt sogar mehrere Monate infektiös. So kann man sich ausgerechnet über den Außentürgriff leicht mit einem echten Grippevirus anstecken.

Trockene Heizungsluft schadet

Im Winter werden die Räume weniger gelüftet. Je mehr Erkrankte in einem Raum sind, desto höher ist am Ende die Virenbelastung und die Wahrscheinlichkeit, sich anzustecken.

Außerdem ist im Winter die Luft trockener als in den warmen Jahreszeiten, und die Heizung in den Innenräumen trocknet sie noch zusätzlich aus – das führt dazu, dass die Nasenschleimhäute ebenfalls trocken werden und man so anfälliger ist für eine Infektion.

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