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Managerinnen

Kooperationsstärke bremst Karriere

Claudia Obmann
Sie machen alles richtig. Dennoch bringt ihre Karrierestrategie Frauen nicht in Spitzenpositionen. Vielmehr scheitern Managerinnen an verbreiteten Geschlechterklischees, wie eine Studie von Soziologen der TU Berlin zeigt.

Foto: conmani/SXC

Auf ihr Rollenbild reduziert

Frauen sind sich den neuen Anforderungen in der Arbeitswelt bewusst, und Selbstdarstellung hat für sie hohe Priorität. Sie wüssten, so Christiane Funken, Professorin für Kommunikations- und Mediensoziologie und Geschlechterforschung, dass sie nicht darauf warten könnten, entdeckt zu werden, und setzten die geforderten Kompetenzen – kommunikativ, kooperativ, konfliktlösungsorientiert und integrativ zu sein – gezielt ein.

Doch genau dieses Verhalten, um sich für eine Karriere zu profilieren, führe Frauen geradewegs in eine Falle. Denn indem sie immerzu zeigen, dass sie diese Soft Skills beherrschen, werden sie zur Repräsentantin ihres Geschlechts reduziert. „Sie werden von Vorgesetzten nicht als Individuum, sondern nur noch als Frau wahrgenommen, weil diese Fähigkeiten im Umgang mit anderen Menschen früher einmal als typisch weiblich galten. Und das hat sich offensichtlich so tief ins Bewusstsein eingeschrieben, dass dies heute immer noch wirkt“, begründen die Wissenschaftler.

Die besten Jobs von allen


Fatal daran: Den Frauen werden automatisch alte Stereotype zugeschrieben – etwa, sie seien weniger produktiv und flexibel, weil sie sich um Kind und Familie kümmern müssen. Auch wenn dies seit langem wissenschaftlich widerlegt ist, fördert das die Aufstiegschancen nicht.

Projektleiter sind fast immer Männer

Ein weiteres Paradox, das die TU-Wissenschaftler aufgedeckt haben, hängt mit dem Trend zur Projektarbeit zusammen. In Projekten wird in internationalen Teams gearbeitet, für die Kooperationsfähigkeit oberste Priorität hat. Das kollidiert allerdings mit der Anforderung, im Team sichtbar zu werden, um sich für einen Karriereaufstieg zu empfehlen. Hervorstechen könne nur derjenige, der sich von anderen absetzt.

Während Frauen stark auf Kooperation setzen, um Aufgaben effizient zu erledigen, sehen sich Männer dagegen ganz selbstverständlich in Konkurrenz und kommen karrieretechnisch voran. Obwohl mindestens genauso viele Frauen wie Männer in Projekten arbeiten, seien fast alle Projektleiter Männer.

Projektlaufbahnen, die sich in den Unternehmen als neues Aufstiegsmuster etablieren, führen allerdings nur bis ins mittlere Management. Möglicherweise richten Männer deshalb ihre Karrierestrategien auch weiterhin am klassischen Aufstieg in der Linienhierarchie aus, um nach ganz oben zu gelangen.

Frauen tun dies seltener, sondern schlagen häufiger als Männer die Projektlaufbahnen ein und stoßen damit an eine neue „gläserne Decke“.
Dieser Artikel ist erschienen am 08.08.2011

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