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Konzern vs. Familienunternehmen
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Mitarbeiterzufriedenheit

Konzern vs. Familienunternehmen

Claudia Tödtmann, wiwo.de
Die Mitarbeiter in großen Konzernen sind immer unzufriedener, wie eine Studie zeigt, die der WirtschaftsWoche vorliegt. Deutlich besser sind die Angestellten in Familienunternehmen dran.
Alle wollen zu den Dax30, keiner zu einem Mittelständler? Bei Berufseinsteigern mag das stimmen. Bei den Führungskräften über 40 Jahren dagegen verlieren Konzerne als Arbeitgeber immer mehr an Strahlkraft. Sind in Familienunternehmen immerhin 75 Prozent der Befragten zufrieden oder sehr zufrieden, so sind dies bei den Konzernen nur noch 65 Prozent der Fach- und Führungskräfte. "Dieser Unterschied ist signifikant, denn noch immer gelten die Großkonzerne als die beliebtesten Arbeitgeber – in der Praxis sind sie aber zu Verwaltungsburgen verkommen", sagt Unternehmensberater Boris Gloger aus Wiesbaden, Chef von Boris Gloger Consulting.

Er hat zusammen mit dem Lehrstuhl der Wirtschaftsprofessorin Erika Regnet von der Hochschule Augsburg eine Befragung von 389 Fach- und Führungskräften über 40 Jahren – quer durch alle Branchen und in allen Unternehmensgrößen – durchgeführt, die den Konzernen diese sinkende Mitarbeiterzufriedenheit attestiert.

Wenn Kollegen Konkurrenten sind

Die Studie zeigt auch, dass die Sorge um den Arbeitsplatz in den Konzernen stärker gestiegen ist, als in Familienunternehmen. 50 Prozent der Befragten bestätigen, dass sie die Arbeitsplatzsicherheit heute als viel geringer einschätzten als vor zehn Jahren. Entsprechend ist der Konkurrenzdruck erheblich gestiegen: Wer die drohende Arbeitslosigkeit – zumal als über 40-Jähriger – permanent vor Augen hat, sieht in den Kollegen irgendwann eher Konkurrenten als Mitstreiter.

Der Grund dürften die hohen Entlassungszahlen und ewigen Restrukturierungen der vergangenen Jahre sein, die in den meisten Unternehmen zum Dauerzustand geworden sind.

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