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Aufsichtsräte

Kontrolleure von Format

Claudia Obmann
Der Wettbewerb um die fähigsten Köpfe für Aufsichtsratsposten hat sich verschärft. Denn die Anforderungen an Kontrolleure sind erheblich gestiegen – die Vergütung allerdings auch.
Aufsicht
Foto: jjorgen/SXC

Echte Herausforderung für Unternehmen 

Bei SAP verschärft sich gerade ein Personalproblem, das viele börsennotierte Unternehmen plagt: Nicht nur, dass 2012 die Amtszeit aller Aufsichtsräte des Softwarekonzerns abläuft und der eine oder andere Kontrolleur dann etwa aus Altersgründen ersetzt werden muss. Darüber hinaus hat sich gerade auch noch SAP-Aufseher Willi Burbach selbst aus dem Gremium katapultiert: Seine Indiskretion über die Heimflüge der Ex-Personalvorständin Angelika Dammann mit dem Firmenjet kosten ihn sein Mandat.

Erfahrene und gut ausgebildete Kontrolleure zu finden, stellt für viele Konzerne inzwischen eine echte Herausforderung dar. Zumal inzwischen fast alle börsennotierten Unternehmen ganz gezielt nach erfahrenen Management-Profis von Format suchen und sich so gegenseitig Konkurrenz machen. Die neue Gesetzgebung zur Qualifikation und Haftung von Aufsichtsräten verschärft zudem den Wettbewerb um die besten Köpfe.

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„Vorstandskontrolleure müssen heute viel versierter sein als früher“, sagt etwa Hans W. Reich. Der Ex-Vorstand der KfW und langjährige Aufsichtsratschef bei der Aareal Bank spricht damit indirekt aus, was aktive Vorstände oft nur hinter vorgehaltener Hand zugeben: „Das Zuschieben von Aufsichtsratsposten war früher üblich.“

Fachliche Eignung fehlt

Gute Kontakte sind wichtiger als das Know-how. Nach diesem Prinzip wurden in vielen Konzernen die Posten über Jahre vergeben. Und angesichts dieser Besetzungspraxis verwundert es nicht, dass bei einer Vorstandsbefragung durch die renommierte Wirtschaftshochschule WHU im Auftrag der Personalberatung Boyden International die Hälfte von 92 Vorständen meint, dass höchstens 60 Prozent der deutschen Aufsichtsräte die nötige Kompetenz für ihr Amt mitbringen.

Fast drei Viertel der befragten Spitzenmanager sind außerdem der Meinung, Aufsichtsräten fehle die nötige fachliche Eignung zur Leitung von Unternehmen. Tatsächlich hat nur jeder dritte deutsche Aufsichtsrat selbst schon als Geschäftsführer oder Vorstand gearbeitet. Doch die Ära der Gelegenheitskontrolleure geht zu Ende.


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