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Forscherjobs in Deutschland
Foto: Alexander Raths/Fotolia.com
Forschen in Deutschland

Konkurrenz für die US-Wissenschaftsbetriebe

Teil 2: Zwei Drittel der deutschen Forscher kehren zurück

"Deutschland und die anderen europäischen Länder werden auch für Nicht-Europäer immer interessanter", sagt Gain-Programmleiter Gerrit Rößler. Karrieren in Forschung und Entwicklung würden der bislang so beliebten Laufbahn im US-Wissenschaftsbetrieb große Konkurrenz machen.

Laut einer Studie, die Gain jüngst veröffentlichte, kehren mehr als zwei Drittel der deutschen Forscher aus den USA nach Deutschland zurück. Das sind überraschend viele.

Lange wurde der sogenannte "Brain drain" gefürchtet – dass deutsche Wissenschaftler sich in den Vereinigten Staaten ganz wohlfühlen und der Heimat dauerhaft verloren gehen. 

Verlust wichtiger Kontakte 

Einen Grund, warum viele Auslandsforscher doch relativ bald ihre Fühler wieder Richtung zu Hause ausstrecken, kennt Katja Schmitz: "Wer vier bis fünf Jahre wegbleibt, hat es schwerer, eine gute Stelle in Deutschland zu finden", sagt die Chemieprofessorin von der TU Darmstadt. Denn die Kontakte aus Uni-Zeiten würden verblassen.

Schmitz kehrte selbst mit 29 Jahren von ihrem Post-Doc-Programm an der US-Elite-Universität Harvard zurück, weil sie die perfekt zu ihrer Forschung passende Stelle in einer Nachwuchsgruppe am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) bekam. Sie wurde mit offenen Armen empfangen.

Diese positive Rückkehrerfahrung brachte Schmitz auch in ihrer Forschung voran. Schon mit 33 Jahren folgte der Ruf an die TU Darmstadt.

Unbefristete Stellen sind rar

In Deutschland ist es für die weitere Hochschulkarriere entscheidend, auf welcher Position ein Auslandsrückkehrer eingestellt wird. Die Aussichten auf eine unbefristete Stelle an einer Universität sind im Vergleich zu den USA immer noch schlecht. So waren 2010 gerade mal 18 Prozent der Vollzeitbeschäftigten Professoren. Und von den wissenschaftlichen Mitarbeitern arbeitete der größte Teil mit einem befristeten Vertrag.

In den USA hingegen gab es allein über 30 Prozent volle Professorenstellen. Doch auch hier bieten die Universitäten zunehmend weniger Festanstellungen an. Gleichzeitig verbessern sich die Forschungsbedingungen in den Heimatländern der Auslandsforscher.


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