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Künstliche Intelligenz greift den Menschen in immer mehr Industrien unter die Arme
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Roboter im Team

Kollege statt Konkurrenz

wiwo.de, Kerstin Dämon
Mein Kollege, der Roboter: Immer mehr Unternehmen erkennen den Nutzen von Künstlicher Intelligenz. Für Führungskräfte haben Roboter ihren Schrecken verloren. Sie glauben an gemischte Teams aus Mensch und Maschine.
Künstliche Intelligenz greift den Menschen in immer mehr Industrien unter die Arme. In der Produktion sind kluge Roboter längst aktiv und auch in der Medizin sind sie geschätzte Kollegen: Akkurat, schnell – und niemals krank oder übermüdet. Schon heute erkennt und klassifiziert Künstliche Intelligenz etwa in Computertomografien Schlaganfälle.

In der Vergangenheit sorgte die Aussicht auf Kollege Roboter jedoch eher für Unbehagen. Und zumindest bei den normalen Angestellten hat sich daran nicht viel geändert, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Demnach erwarten 64 Prozent der Deutschen, dass durch den Einsatz von intelligenten Maschinen in den kommenden Jahren ganze Berufsgruppen verschwinden.

Höhere Produktivität durch intelligente Automatisierung

Und tatsächlich investieren die Betriebe fleißig in Künstliche Intelligenz, wie eine McKinsey-Studie belegt: Im vergangenen Jahr gaben Unternehmen, allen voran große Technologiekonzerne wie Google und Amazon, bis zu 27 Milliarden Dollar für interne Forschung und Entwicklung intelligenter Roboter und selbstlernender Computer aus. Die Unternehmenslenker halten intelligente Automatisierung für den Schlüssel zu neuen Produktivitätslevels, wie eine Avanade-Studie zeigt.

Der Anbieter von digitalen Services, Business- und Cloud-Lösungen hat 400 Top-Manager und 400 IT-Verantwortliche in den Vereinigten Staaten, Großbritannien sowie in Deutschland, Australien, Kanada, Italien, Japan und Schweden zu ihren Erwartungen bezüglich der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz befragt. Zudem wurden in Deutschland, den USA sowie Großbritannien jeweils 1000 Verbraucher zu ihren Erwartungen im Hinblick auf intelligente Automatisierung und Beruf befragt.

Der Roboter macht die Drecksarbeit, der Mensch tobt sich kreativ aus

Das Ergebnis: 31 Prozent der befragten Topmanager weltweit nutzen in ihren Betrieben bereits jetzt intelligente Automatisierung, diese Zahl wird sich bis 2020 verdoppeln. Deutschland liegt hier mit nur 22 Prozent zurück. Hier herrschen der Studie zufolge oftmals noch Vorbehalte gegenüber Kollege Roboter. Zumindest die Führungskräfte haben die Angst vor Robotern im Team jedoch verloren und gehen davon aus, dass binnen der nächsten drei Jahre Mensch und Maschine Hand in Hand arbeiten werden. Der Studie zufolge waren mehr als die Hälfte aller befragten Entscheider weltweit der Überzeugung, dass intelligente Automatisierung die Arbeitskraft der Menschen eher mit der von Maschinen verbindet, als sie ersetzt.

Sie erwarten durch Mensch-Maschine-Duos mehr Produktivität und schnellere Entwicklungszyklen. Außerdem glauben 43 Prozent der weltweit Verantwortlichen, dass intelligente Automatisierung in der vorhandenen Belegschaft Freiräume schaffen wird, um komplexe Aufgaben und Innovationen anzupacken. Der Roboter macht die Drecksarbeit, der Mensch tobt sich kreativ aus.

"Die Erkenntnis reift zunehmend, dass es eigentlich darum geht, dass der 'Mensch mit Maschine' die optimale Lösung ist. Nun müssen Führungskräfte auch ihren Mitarbeitern zeigen, dass die teilweise noch vorhandene Furcht unbegründet ist", sagt Robert Gögele, General Manager bei Avanade in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Zuerst veröffentlicht auf: wiwo.de




Dieser Artikel ist erschienen am 14.07.2017

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