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Führungsposition

Klare Trennung zwischen Job und Privatleben

Til Knipper
Burn-Out, Depressionen und Ehekrach. Der Arbeitspsychologe Michael Kastner von der Universität Dortmund forscht über die Veränderungen in der Arbeitswelt und die Auswirkungen des Chefseins auf das Privatleben.
Michael Kastner arbeitet als Arbeitspsychologe an der Uni DortmundFoto: © PR
Herr Kastner, es gibt den Spruch: Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau. Stimmt das überhaupt?
Es geht heutzutage auch andersrum, was die Geschlechterverteilung angeht. Der Gedanke, der dahinter steckt, ist aber richtig: Ich kann vorne nur kämpfen und erfolgreich sein, wenn ich im Rücken Stabilität habe.
Extrem hohes Arbeitspensum, die ständige Erreichbarkeit, führt das nicht zwangsläufig zu Hause zu Konflikten?
Klar, ich kenne Manager, die ihren Ehepartnern hoch und heilig vor dem Urlaub versprechen, dass der Blackberry diesmal aus bleibt. Aber das Ding wird ja nicht umsonst Crackberry genannt. Die gehen dann heimlich auf die Toilette und checken ihre Mails. Die Erholung bleibt dann aus.



Die besten Jobs von allen

Kann man denn überhaupt beruflich sehr erfolgreich sein und privat glücklich?
Das wird tatsächlich immer schwieriger. Die Kunst, das hinzubekommen, versuchen wir den Leuten beizubringen. Gerade junge Menschen müssen begreifen, dass man auch am Anfang seiner Karriere nicht alles für den Beruf opfern darf.
Wie bringen Sie das den Leuten bei?
Wir sagen allen vorab, dass Menschen in drei Welten leben. Körper-, Geistes- und Gefühlswelt. In der ersten liegt die Empfehlung auf der Hand: Halte dich gesund, achte auf deine Ernährung und treibe Sport. In der Geisteswelt geht es um Denk- und Wahrnehmungsprozesse, Entscheidungen. Die Leute müssen lernen, mit der Komplexität ihres Lebens umzugehen und Prioritäten zu setzen. weiter...

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