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Digitalisierung

Keine Lohnsteuerkarten mehr

Tina Groll / Zeit.de
Ab 2012 erfolgt die Berechnung der Lohnsteuer digital. Doch schon für das nächste Jahr gibt es keine Lohnsteuerkarte mehr. Der Gesetzgeber will dann künftig alles elektronisch machen. Was zu beachten ist.
Die Lohnsteuerkarte hat ausgedientFoto: © Stefan Thiermayer - Fotolia.com
In diesem Herbst werden keine neuen Lohnsteuerkarten mehr verschickt. Der Gesetzgeber hat entschieden, die Erhebung auf ein elektronisches Verfahren umzustellen. Die Neuerung ist Teil des Projekts Elena, also des elektronischen Entgeltnachweises. Das Datensammelsystem soll die Verwaltung erleichtern, allerdings soll das System erst ab 2012 funktionieren. Die gespeicherten Daten werden ELStAM genannt, das steht für Elektronische LohnteuerAbzugsMerkmale.Wie soll das digitale Verfahren aussehen?

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Bereits seit dem 1. Januar werden alle relevanten Informationen über Arbeitnehmer gespeichert: Löhne, Sozialabgaben, Zeiten der Arbeitslosigkeit. Ab 2012 werden dann auch die für die Berechnung der Lohnsteuer notwendigen Daten in einer Datenbank der Finanzverwaltung hinterlegt. Die Arbeitnehmer teilen ihrem Arbeitgeber dann nur ihre Steuer-Identifikationsnummer sowie ihr Geburtsdatum mit. Damit kann dieser alle für die Lohnsteuer erforderlichen Daten beim Bundeszentralamt für Steuern elektronisch abrufen. Das spart Papier und Zeit, birgt aber auch ein Datenschutzrisiko.Wer ist Ansprechpartner für die gespeicherten Daten und wie lange werden die Informationen gespeichert?Bereits vom 1. Januar 2011 an sind die Finanzämter Ansprechpartner bei Fragen zu den gespeicherten steuerlichen Daten und deren Änderung. Der Arbeitgeber soll seinem Arbeitnehmer die Lohnsteuerabzugsmerkmale unverzüglich mit einem Ausdruck der Lohnabrechnung aushändigen oder elektronisch bereitstellen. Die Daten werden nur zwei Jahre lang gespeichert.Wie verläuft die Übergangsfrist und was muss dabei berücksichtigt werden?2011 gibt es keine neue Lohnsteuerkarte, aber auch noch kein digitales System. Also behalten Arbeitnehmer einfach ihre alte Karte aus dem Jahr 2010. Der Arbeitgeber darf diese alten Lohnsteuerkarten nicht vernichten, sondern muss sie weiterverwenden.
Was machen diejenigen, die 2011 erstmals eine Lohnsteuerkarte brauchen?
Wer 2011 erstmals eine Lohnsteuerkarte benötigt, erhält diese bei seinem zuständigen Finanzamt. Das stellt für 2011 eine Ersatzkarte aus. Das gleiche gilt für Arbeitnehmer, die 2011 eine zweite Lohnsteuerkarte brauchen. Die Gemeinden stellen nur noch für 2010 Zweitkarten aus. Eine Sonderregelung gilt für Jugendliche, die 2011 eine Ausbildung anfangen. Ihr Arbeitgeber stuft sie auch ohne Karte in die Steuerklasse I ein.Was ist bei einem Jobwechsel zu beachten?Wer 2011 den Arbeitgeber wechselt, nimmt einfach die alte Lohnsteuerkarte mit. Das gleiche gilt auch für Besitzer einer Ersatzbescheinigung.Was müssen Arbeitnehmer bei Heirat, Trennung, Umzug oder Geburt eins Kindes beachten?Änderungen der Steuerklasse oder Kinderfreibeträge werden auf die Lohnsteuerkarte für 2010 eingetragen. Zuständig dafür sind neuerdings die Finanzämter, bisher war das Sache der Gemeinden. Sie bleiben aber zuständig, wenn sich die Meldedaten ändern. Wer sich 2010 scheiden ließ und der somit die Voraussetzungen für die Steuerklasse III nicht mehr erfüllt, muss dies dem Finanzamt mitteilen.

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