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Herz für Deutschland
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Ausländische Talente

Kein Herz für Deutschland

Kerstin Dämon, wiwo.de
Die Eurokrise beschert deutschen Unternehmen Fachkräfte aus Spanien und Griechenland. Doch ansonsten machen Top-Talente lieber einen Bogen um die Bundesrepublik. Daran ändert auch die BlueCard nichts.
Eigentlich müssten deutsche Unternehmer froh sein über die Eurokrise: Sie beschert ihnen eine reiche Auswahl an topausgebildeten Leuten, die für einen Job alles tun würden.

Allein im Jahr 2011 kamen 958.000 Menschen nach Deutschland, um der Arbeitslosigkeit im eignen Land zu entfliehen.

Besonders stark war der Anstieg aus den Krisenländern Griechenland und Spanien. Aus Griechenland kamen 90 Prozent mehr Einwanderer (dies entspricht 23.800 Personen), aus Spanien 52 Prozent (20.700 Personen) mehr als noch im Vorjahr.

Zuwanderung wird gefördert

Diese Zuwanderung von gut ausgebildeten Kräften will die deutsche Politik auch weiter fördern. So sagte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer gegenüber der "Welt am Sonntag": "Ob bei der Polizei, bei Pflegeberufen, der Bundeswehr oder der Berufsfeuerwehr: Es wird wegen des Geburtenrückgangs einen härteren Wettbewerb um qualifizierte junge Leute geben."

Deshalb setze man auf junge Kräfte aus dem Ausland. Gerade Bayern ist vom Fachkräftemangel betroffen.

Jobangebot für Einwanderung erforderlich

Deutschland dürfe sich allerdings nicht alleine auf die krisenbedingte Zuwanderung aus Südeuropa verlassen, so Maria Böhmer (CDU). Deshalb müsse man auch außerhalb Europas um Fachkräfte werben.

Dafür müsse sich Deutschland ein Beispiel an Ländern wie Kanada oder Australien nehmen, die Ausländer mit entsprechenden Qualifikationen und Sprachfähigkeiten einwandern lassen. Hierzulande kann dagegen nur problemlos einwandern, wer schon ein konkretes Jobangebot hat.


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