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Karrieremanagement statt Firmen-Kita
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Unternehmenskultur

Karrieremanagement statt Firmen-Kita

Tina Groll, zeit.de
Obwohl Unternehmen in die Vereinbarkeit von Job und Karriere investieren, nehmen Frauen diese seltener an. Eine Studie zeigt: An Betreuungsplätzen und flexiblen Arbeitszeiten liegt es nicht.
Führungskräfte in Deutschland sind vor allem eins: männlich und privat kaum mit der Erziehungs- und Hausarbeit betreut. Sie arbeiten in der Regel Vollzeit und wünschen sich, befragt nach einer besseren Vereinbarkeit, allenfalls etwas weniger Präsenzpflicht am Arbeitsplatz. Frauen und insbesondere Mütter sind in Führungspositionen unterrepräsentiert.

Das liegt an der mangelnden Vereinbarkeit von Familie und Beruf, lautet die gängigste Erklärung. Um das zu ändern, setzen immer mehr Unternehmen heute auf Betriebskitas, Ferienbetreuung und Hunderte flexible Arbeitszeitmodelle. Sogar Wäscheservice oder Haushaltshilfen bieten Arbeitgeber heute an, damit Mitarbeitern der Spagat zwischen Familie und Beruf einfacher gelingt – trotzdem zeigen viele dieser Maßnahmen nicht die erhoffte Wirkung.

Es fehlt an Perspektiven

Eine neue Studie der gemeinnützigen berufundfamilie Service GmbH und der Hochschule Ludwigshafen zeigt jetzt: Die Unternehmen verfolgen den falschen Ansatz. Dass gerade Menschen, denen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtig ist, nicht in Führungspositionen aufsteigen, scheint demnach vor allem am Fehlen einer gezielten Karriereentwicklung zu liegen, weniger als an fehlenden Betreuungsangeboten oder zu starren Arbeitszeitmodellen.

Für die Studie wurden mehr als 1.000 Beschäftigte gefragt, wie ihre individuellen Werte, Ziele und Interessen ihre beruflichen Entscheidungen beeinflussen. Dabei kam heraus, dass gerade diese individuellen Interessen zum einen die Nachfrage nach einer Vereinbarkeit von Job und Privatleben beeinflussen und zum anderen natürlich die Entscheidungen für die Karriere.

Individuelle Fragen bleiben außen vor

Arbeitgeber aber fokussieren sich kaum auf diese individuellen Fragen. Sie schätzen den Bedarf an Vereinbarkeitsmaßnahmen anhand äußerer Umstände ab, etwa des Alters und des Geschlechts der Beschäftigten oder der Frage, wie viele Mitarbeiter kleine Kinder haben. Dabei spielen diese Kriterien gar nicht die ausschlaggebende Rolle dafür, ob Mitarbeiter eine Führungsposition anstreben oder nicht.

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