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Hacker
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Cyberkriminalität

Kampf den kriminellen Klicks

Tina Groll, zeit.de
Selbstständige und kleine Firmen kümmern sich zu wenig um Cyberkriminalität, sagt Datenschützer Joachim Jakobs. Im Ernstfall drohten teure Schadensersatzansprüche.
Herr Jakobs, warum brauchen gerade Selbständige und Freiberufler Nachhilfeunterricht in Datenschutz?

So gut wie jeder Freiberufler und Unternehmer verarbeitet heute viele personenbezogene Daten – Daten von Kunden und Klienten, Lieferanten, Geschäftspartnern oder Patienten. Nur die wenigsten kennen aber das Bundesdatenschutzgesetz, auch Schulungen gibt es kaum. Dabei sind sie wichtiger denn je: Cyberkriminalität nimmt massiv zu. Besonders Steuerberater, Anwälte und Ärzte sind Ziele. Wenn sie mit sensiblen Daten nicht sorgfältig umgehen, können sie leicht zu einer Bedrohung für sich selbst und andere werden.

Was kann denn passieren?

Kriminelle spähen Daten aus oder fangen sie ab. Auch Datenfälschung und Datenbetrug sind möglich.

Wie kommen die Kriminellen an die Daten?

Nicht wenige Selbständige werfen Patienten-, Kunden- oder Bewerberdaten ungeschreddert in den Müll. Für Kriminelle sind natürlich Bankdaten und andere persönliche Daten für Identitätsdiebstahl und Betrugszwecke interessant. Dafür werden häufig Bewerber- und Mitarbeiterdaten missbraucht. Aber auch die Steuerdaten von Klienten können für Datendiebe von Interesse sein, beispielsweise um diese damit zu erpressen.

Die wenigsten Kriminellen wühlen aber heute noch im Papiermüll.

Einige schon. Es gibt ein Programm namens unshredder, das Papierschnipsel virtuell zusammenpuzzeln kann. Dann sind auch analoge Daten digitalisiert. Sie lassen sich immer wieder neu kombinieren und zu Angriffen aller Art verwenden. Die Kundendaten von Firmen sind spannend, um damit Spam-Mails zu versenden, beliebt ist es auch, unter der Firmenadresse einen Schädling an alle oder bestimmte Kontakte aus dem Adressbuch zu versenden.

Viele öffnen eine Mail von einem vertrauenswürdigen Absender arglos und laden sich dann unbemerkt eine Software herunter, die den Kriminellen beispielsweise Zugang zum Onlinebanking erlaubt. Erst kürzlich wurde der Fall eines Arztes bekannt, der auf Facebook sein Adressbuch zugänglich gemacht hatte und dessen Kontakte dann einen Schädling per Facebook-Mail erhielten.

Wie oft kommt Cyberkriminalität vor? Gibt es konkrete Zahlen?

Das Bundeskriminalamt führt eine Statistik über Cyberkriminalität. Demzufolge ist im Jahr 2011 ein Schaden von 71,2 Millionen Euro hierzulande entstanden. Das Volumen hat sich in nur zwei Jahren fast verdoppelt. Für die USA hat der Sicherheitsspezialist Symantex errechnet, dass das Phänomen Cybercrime die amerikanischen Verbraucher 21 Milliarden US-Dollar jährlich kostet.

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