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Branche sucht Nachwuchs

Jobs in der Werbung: Karriere für Kreative

K. Wilke, M. Roos, B. Domke, L. Borghardt
Unternehmen geben wieder mehr Geld für Werbung aus. Das tut der Branche gut und bringt neue Jobs. Besonders jungen Kreativen, für die das Internet kein "neues Medium" ist.
Für Werbung nehmen Konzerne viel Geld in die HandFoto: © aboutpixel.de, Kellermeister
Achtung, die Eingeborenen greifen an: "Jetzt strömen die ,Digital Natives ins Berufsleben", sagt Dickjan Poppema, CEO bei der Werbeagentur BBDO Campaign in Düsseldorf, "das wird die Welt der Werbung grundlegend verändern." "Digital Natives", das sind für ihn die unter 25-Jährigen, die mit neuen Medien und Technologien aufgewachsen sind und damit unverkrampft und spielerisch umgehen. Der 41-jährige Poppema zählt sich selbst zu den "Digital Immigrants" - den Zuwanderern, die erst als Jugendliche oder Erwachsene gelernt haben, mit den neuen Medien umzugehen.Um mit den jungen Kreativen im Berufsleben mithalten zu können, muss sich seine Generation künftig kräftig anstrengen, glaubt Poppema. Denn die Grenzen zwischen der klassischen Werbung und den neuen Kommunikationskanälen verschwinden zunehmend. Wer bislang glaubte, der Digitaltrend würde wieder abflauen, hat sich geirrt. "Für die Jungen zählt das Internet schon zu den klassischen Medien", sagt Poppema. Insofern ist die herkömmliche Unterscheidung nicht mehr sinnvoll. " Und die digitalen Eingeborenen haben Glück: Werbeagenturen gieren nach Nachwuchs, der - egal ob als Texter, Art Director, Stratege oder Berater - alle Kommunikationskanäle beherrscht und sich unbefangen in den Medien bewegt. Denn das Geschäft zieht wieder an. Die Werbeausgaben der Unternehmen sind nach Angaben des Zentralverbands der deutschen Wirtschaft (ZAW) 2006 um immerhin fast zwei Prozent gewachsen. Für 2007 prognostiziert der ZAW erneut ein Plus zwischen ein bis zwei Prozent bei den Investitionen der Unternehmen in Werbung. Mit diesem Ergebnis liegt die Branche nach der Flaute zwischen 2001 und 2003 bereits im dritten Jahr auf Wachstumskurs. "Seit 2005, aber kräftig spürbar im Jahr 2006, haben die Personaleinstellungen in den Agenturen wieder zugenommen", sagt Holger Jung, Chef der Werbeagentur Jung von Matt und Präsident des Gesamtverbands Kommunikationsagenturen (GWA).

Die besten Jobs von allen

Auf ins UngewisseEs geht aufwärts - so viel steht fest. Unklar ist für viele Werbetreibende allerdings, wohin genau die Reise geht. Verunsicherung hat sich vor allem im Umgang mit den Kunden breit gemacht. "Das Kundenverhalten ist in den letzten Jahren deutlich anspruchsvoller geworden", beobachtet Uli Veigel, CEO von Grey, der zweitgrößten Agentur in Deutschland. "Das Top-Management ist mittlerweile fast immer in Entscheidungen involviert. Das war früher nicht der Fall."Gleichzeitig haben die Controller ihre Macht ausgebaut und streichen die Werbebudgets zusammen. Der Leistungsdruck der Marketingabteilungen wird an die Agenturen weitergereicht.Hinzu kommt, dass die Einschätzung, über welches Medium welcher Kunde am besten angesprochen werden kann, immer schwieriger wird. "Seit der Medienexplosion hat die Gefahr stetig zugenommen, sich kommunikativ zu verzetteln", sagt Holger Jung. "Alle Werbungtreibenden sind entsprechend verunsichert und geben diesen verspürten Druck an ihre Agenturen weiter. Mehr denn je fordern sie Effizienz ein."

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