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Zwei Drittel der Unternehmen fördern die Gesundheit ihrer Mitarbeiter
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Betriebliches Gesundheitsmanagement

Jetzt aber mal Sport!

Kerstin Dämon, wiwo.de
Fußball, Fitness, rückenfreundliche Möbel, gesundes Essen: Für die Gesundheit der Mitarbeiter nehmen 65 Prozent der Unternehmen richtig Geld in die Hand. Jeder dritte Betrieb fördert seine Mitarbeiter jedoch nicht. Bewerber und Angestellte nehmen das übel.
Bei der Otto Group tanzen Mitarbeiterinnen in ihrer Pause Zumba, die Adidas-Angestellten in Herzogenaurach haben ein 4000 Quadratmeter großes Fitness-Studio für 25 Euro Monatsbeitrag und Henkel beschäftigt gleich ein 22-köpfiges Gesundheitsteam inklusive Werksarzt, das sich um gesunde Ernährung, Bewegungsförderung, Raucherprävention und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen kümmert.

Bundesweit investieren 65 Prozent aller Unternehmen in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter, wie die Studie "Betriebliches Gesundheitsmanagement 2016" im Auftrag der pronova BKK zeigt, in deren Auftrag das Marktforschungsinstitut Toluna 1660 Arbeitnehmer befragt hat.

Gesundheitsprüfungen, gesundes Essen und Betriebssport

Demnach ist die häufigste Maßnahme in deutschen Unternehmen eine freiwillige allgemeine Gesundheitsprüfung durch den Betriebsarzt (29 Prozent). In 27 Prozent der Unternehmen gibt es außerdem neben Currywurst und Pommes auch gesundes Essen in der Kantine und 22 Prozent bieten Augenuntersuchungen an. Ein spezielles Betriebssportangebot leisten sich 18 Prozent aller Firmen.

Bestimmte Gesundheitsangebote wie Vorsorgemaßnahmen im Rahmen der psychischen Gefährdungsbeurteilung sind gesetzlich vorgeschrieben. Trotzdem bieten nur jeweils 13 Prozent aller Arbeitgeber, davon in erster Linie Großunternehmen, spezielle Beratungsangebote zur Bewältigung von Stress oder psychischen Problemen an. Lediglich acht Prozent setzen auf Burnout-Prävention.

Dass sich 65 Prozent der Unternehmen die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu Herzen nehmen – sei es nun freiwillig oder weil es vom Gesetzgeber vorgesehen ist – heißt aber auch, dass 35 Prozent der deutschen Betriebe keine gesundheitsfördernden Angebote haben.

"In vielen Unternehmen haben sich offenbar die positiven wirtschaftlichen Auswirkungen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements noch nicht herumgesprochen", kommentiert Gerd Herold, Arbeitsmediziner der pronova BKK die Studienergebnisse.


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