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Karriere-Atlas 2008

Jena: Der Optik-Standort

Gero Lawecki
Jena ist die Überraschung im Karriere-Atlas. Die Stadt an der Saale belegt Platz zwei und verweist prominente Mitbewerber wie Stuttgart und Hamburg auf hintere Ränge.
Jena - die große ÜberraschungFoto: © ArtHdesign - Fotolia.com
Klein, und doch ganz groß: Jena ist die große Überraschung im Gesamtergebnis der Studie zum Karriere-Atlas. Zwar ist nicht neu, dass die 100.000-Einwohner-Stadt an der Saale zu den Leuchttürmen der ostdeutschen Wirtschaft gehört. Den Sprung auf Platz zwei der Rangliste aber hat niemand erwartet. Dass Jena so gut abschneidet, ist das Ergebnis der gelungenen Verbindung von Forschung, Lehre und Wirtschaft. 162 Jahre ist es her, dass Carl Zeiss mit seiner Werkstatt den Grundstein für die Erfolgsgeschichte der optischen Industrie legte.Jena hat den Ruf als international führender Optik-Standort gewahrt. Unternehmen wie Carl Zeiss, Jenoptik und Schott setzen weltweit Maßstäbe. Die Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik läuft hervorragend, die Fachhochschule Jena bietet ein Studium der Laser- und Optotechnologie und an der 450 Jahre alten Friedrich-Schiller-Universität wurde jetzt die School of Photonics gegründet, die den Namen eines weiteren berühmten einheimischen Erfinders und Tüftlers trägt: Ernst Abbe.

Die besten Jobs von allen

Stichwort Universität: Jeder vierte Einwohner ist Student und Jena damit eine sehr junge Stadt. Der Arbeitsmarkt boomt. Lag die durchschnittliche Arbeitslosenquote 2007 bei 10,7 Prozent, so waren es im August 2008 nur noch 8,7 Prozent. Viele der Absolventen bleiben in der Region, die Wirtschaft schafft genügend attraktive Jobs. Eher ist mit einem Fachkräftemangel zu rechnen. Bis 2010, so prognostizieren Wirtschaftsforscher, brauchen Jenas Unternehmen mindestens 3000 neue Leute.Dieser Bedarf wird noch anwachsen, denn viele Fach- und Führungskräfte der Region werden wegen ihres fortgeschrittenen Alters (55 Jahre und älter) in naher Zukunft aus dem Job ausscheiden. Was die Karrierechancen für die so genannten Denker und Lenker betrifft, ist Jena die Top-Region der Studie. Im Windschatten der optischen Industrie hat sich eine weitere Branche etabliert: die Biotechnologie. Starthilfe gab 1996 der Bioregio-Wettbewerb. Seitdem haben sich Unternehmen wie Cybio oder Analytik Jena einen guten Namen auf dem Markt gemacht. Unsere Studie zeigt allerdings auch die Schwächen der Stadt. Bei den Gehältern - und folgerichtig auch der Kaufkraft - hinkt Jena hinterher. Auch in puncto Internationalität besteht Nachholbedarf.Zurück zum Haupttext:München, Jena, Berlin: Die Top-Regionen in Deutschland
Dieser Artikel ist erschienen am 21.10.2008

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