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Manager und Kommunikation

Jedes Wort zählt

I. Karabasz, D. Fockenbrock, S. Hergert, T. Kewes
Die Kommunikation des Vorstandschefs beeinflusst den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. Doch viele Manager haben die Anforderungen an ihre eigene Person offenbar unterschätzt. Sie müssen die Balance finden zwischen Privatsphäre und Firmeninteresse.
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Foto: fds/SXC

Der eine so, der andere so

Beide sind Vorstandschef eines großen deutschen Energiekonzerns. Beide hatten mit der politischen Diskussion rund um den Atomausstieg zu kämpfen, und beide taten das auf ihre Art. Während Eon-Chef Johannes Teyssen eher im Hintergrund protestierte, zog RWE-Chef Jürgen Großmann öffentlich gegen den Politikwechsel zu Felde. Den wenig schmeichelhaften Titel Dinosaurier musste er sich daraufhin gefallen lassen, es hagelte Kritik an seiner Person – und auch an RWE.

Das Beispiel zeigt, wie wichtig eine ausgeklügelte Kommunikation mittlerweile ist. „Die Kommunikation ist in den Augen der Vorstandsvorsitzenden selbst Teil der Strategie geworden und ein Kernelement der Unternehmensführung“, heißt es in einer Studie der Personalberatung Egon Zehnder International, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt. Zum ersten Mal wurden hier Vorstandsvorsitzende von Konzernen aus Dax30, MDax sowie von nicht börsennotierten Aktiengesellschaften befragt, wie sie kommunizieren.

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Das Thema bewegt die Manager und die Märkte, auch wenn die Teilnehmer der Studie anonym bleiben wollen. „Besonders in Zeiten wachsender Digitalisierung ändern sich die Spielregeln der Medienwelt stetig“, sagte Johannes von Schmettow, Chef der Personalberatung Egon Zehnder. Und die hat „heute einen unvergleichlichen Einfluss auf die Unternehmen.“

Gute Verständigung bedeutet mehr Transparenz, mehr Aufmerksamkeit, mehr Sympathie bei den Kunden und mehr Mitarbeiterzufriedenheit.

Viele Vorstandschefs überrascht es, wie hoch die Kommunikationsanforderungen sind, zeigt die Befragung der Personalberatung. Das Interesse vor allem an ihrer Person haben einige der Manager vor ihrem Amtsantritt unterschätzt. Systematisch darauf vorbereitet fühlten sich viele nicht. Bis zu 50 Prozent ihrer Arbeitszeit verwenden sie auf die Kommunikation, gaben einige in den Interviews an.


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