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Mein Beruf: Jurist

Ja zu Jura?

Anne Koschik
Bewerber mit Jura-Staatsexamen sind auf dem Arbeitsmarkt gesucht. Das belegt eine Auswertung von 1,5 Millionen Stellenanzeigen in einem halben Jahr - die Karriere.de in 28 Stellenbörsen, überregionalen Zeitungen, Zeitschriften, bei der Bundesagentur für Arbeit sowie auf über 2.000 Unternehmensseiten ermittelt hat. In Wirtschaftskanzleien, Beratungen und Konzernen ist der Bedarf groß, aber ebenso die Anforderungen. Experten schätzen die Aussichten verhalten positiv ein.
Im Verhältnis zum Gesamtstellenmarkt zeigt sich in der Halbjahresbetrachtung auch bei den Stellenangeboten für Juristen ein Aufwärtstrend - mal abgesehen davon, dass um den Jahreswechsel herum traditionell weniger Jobofferten geschaltet werden. Interessant ist jedoch, dass die Anzahl der Bewerber, die sich auf ein juristisches Stellenabgebot melden, rund dreimal so hoch ist wie im Durchschnitt.
Quelle: Jobturbo

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Was denken Sie denn?
Das sagen Experten zur Lage auf dem Arbeitsmarkt
Eine Überlegung wert: Die Lage für Juristen entspannt sichFoto: Fotolia
>> Juristen: Das sind mehr als 150.000 Rechtsanwälte in Deutschland. Das ist aber auch eine Berufsgruppe mit steigenden Studenten- und Absolventenzahlen und einem Jobmarkt, der nach der Wirtschaftskrise aktuell wieder anzieht…
Ein Signal für den Aufbruch oder trügerischer Schein? <<



Die Nachwirkungen der Wirtschaftskrise schwächen sich ab und geben Anlass zu verhaltenem Optimismus. Hinsichtlich der Qualität und Bezahlung der aufgenommenen Arbeit ist eine deutliche Spreizung erkennbar: Während Juristen, die einen Abschluss mit voll befriedigend oder besser nachweisen können, gesuchte Fachkräfte am Arbeitsmarkt sind, haben die übrigen Bewerber auch jetzt noch mit Problemen zu kämpfen. Sie weichen häufig auf wesentlich geringer bezahlte Tätigkeiten oder in die Selbstständigkeit mit all ihren Imponderabilien aus.
Raimund Schouren, Hochschulteam, Bundesagentur für Arbeit

Die Aussichten sind gar nicht so schlecht – ein gutes Examen vorausgesetzt. Für diejenigen, die sich mit einem 08/15-Abschluss zufrieden geben, wird es aber problematisch.
Edgar van Mark, GF Gesellschafter bei Ising International Consulting

Guten Gewissens kann ich dazu raten, Jurist zu werden – auch mit Blick auf die demografische Entwicklung. Um die Spitzenleute, die besten zehn Prozent der Absolventen, ist bereits ein Kampf entbrannt. Arbeitslos werden Juristen eher nicht, auch wenn sie nicht immer das Einkommen haben, das ihrer langen Ausbildung entspricht.
Prof. Martin Henssler, Präsident des Deutschen Juristentages


Die Talsohle am Arbeitsmarkt scheint für Juristen überwunden zu sein. Aufgrund der zu erwartenden Absolventenzahlen könnte sich die Situation im Justizwesen etwas entspannen und die Zahl der Rechtsanwälte nicht noch weiter zunehmen.
Dr. Michael Weegen, Leiter der ISA-Forschungsstelle (Informationssystem Studienwahl und Arbeitsmarkt), Uni Duisburg-Essen


Dieser Artikel ist erschienen am 31.03.2011

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