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Globale Finanzmärkte

Internationale Erfahrung ist ein Muss

Stefani Hergert
Finanzvorstände sind heute Strategen des Unternehmens, auf den globalen Finanzmärkten zu Hause und brauchen dafür auch kaufmännische Erfahrung. Doch die Firmen vernachlässigen den Nachwuchs.
Ohne Auslandserfahrung wird die Aussicht auf eine Führungsposition immer geringer.Stephanie Hofschlaeger / PIXELIO.DE
Larry Rosen galt schon während seiner Zeit als Finanzvorstand bei Fresenius Medical Care (FMC) nicht als der Mann im Hintergrund, der einmal im Jahr die Zahlen präsentiert und sonst kaum sichtbar ist. Ganz im Gegenteil: Wenn die Investoren zusammenkamen, traten Rosen als Finanzvorstand und Ben Lipps, Vorstandschef von FMC, stets als eingespieltes Team auf, als Partner. So wurde die Deutsche Post auf den gebürtigen Amerikaner aufmerksam und holte ihn 2009 als Finanzchef nach Bonn.

Kein Wunder: Rosen verkörpert den neuen Typus Finanzvorstand: Aus dem Erbsenzähler im Hintergrund ist ein starker Partner des Vorstandschefs geworden, der heute nicht nur operativ tätig ist, sondern auch Auslandserfahrung mitbringt, zudem eloquent kommunizieren kann, und sicher und verlässlich in der Sache ist. „Der Finanzvorstand ist heute der Co-Pilot des Vorstandschefs“, sagt Suzzane Wood von der Personalberatung Russell Reynolds.

Die besten Jobs von allen


Finanzielle Stabilität und Flexibilität der Firma sind zwar Hauptaufgabe des Finanzchefs. Doch: „Der CFO ist heute vor allem auch Berater der verschiedenen operativen Bereiche“, sagt Rosen. Dafür muss der Finanzchef detaillierte Kenntnisse nicht nur der internationalen Finanzmärkte haben. „Ein Manager ohne Auslandserfahrung und Kontakte zu den internationalen Finanzplätzen kann heute nicht mehr Finanzvorstand werden. Der muss seine Märkte kennen, auch die Finanzmärkte, gerade in den Schwellenländern“, sagt Gerd Stürz, Geschäftsführer bei der Beratung Ernst & Young. Er ist einer der Autoren einer Studie, die mehr als 500 Konzern-Finanzvorstände zum Profil ihres Jobs und dem künftiger Nachfolger befragt hat und die dem Handelsblatt vorab vorliegt.

Vor allem durch die Finanzkrise sind die Ansprüche an die Finanzchefs noch einmal deutlich gestiegen, heißt es dort. Zunehmende Regulierung, die aufsteigenden Finanzmärkte in den Schwellenländern und höhere Schwankungen an den Finanzmärkten fordern sie heraus. „Der Finanzchef hat heute Aufgaben, die es vor zehn Jahren noch nicht gab“, resümiert Stürz.

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