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Gründen in China

Inspirierende Energie für Jungunternehmer

Teil 5: Größter deutscher Unternehmer in China


Foto: jp781/Fotolia

1993 kam der Wirtschaftswissenschaftler und ehemalige McKinsey-Berater Andreas Ermann für den Maschinen- und Anlagenbauer SMS zum ersten Mal nach China. Was vor 15 Jahren zufällig begann, als er immer wieder hörte, wie schwer sich westliche Firmen taten, passende Immobilien in der Volksrepublik zu finden, machte den inzwischen 45-Jährigen zum größten deutschen Unternehmer in China:

Er entwickelte sich vom Immobilienmakler zum Komplettanbieter von Gebäudeservices mit mehr als 2500 Mitarbeitern. Von Sicherheits-, Wartungs- und Reinigungsdiensten bis hin zu Catering und Gartenpflege reicht die Palette, die Ermann in den chinesischen Großstädten Shenyang, Tianjin und Beijing, Schanghai, Suzhou und Hangzhou anbietet.

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Zu seinen Kunden zählen Botschaften, internationale Schulen und deutsche Großkonzerne wie Daimler, Bosch und BMW. Mehr als nur ein paar Brocken Mandarin zu können schadet nicht, meint der Deutsche.

Unerlässliche Chinesischkenntnisse

"Denn ohne Chinesischkenntnisse ist man manipulierbar und abhängig", sagt Ermann, der die Sprache mittlerweile fließend spricht. "Aber auch ich frage mich noch, ob ich alle Zwischentöne mitbekommen habe. Die sind in dieser Kultur immens wichtig. Dann bin ich froh, wenn meine chinesische Frau mithört."

Obwohl Ermann zugibt, mit seiner Familie in Schanghai unter einer westlichen Käseglocke zu leben – seine Kinder besuchen die deutsche Schule, seine Versuche, chinesische Freundschaften zu schließen, verliefen schwierig bis enttäuschend –, zieht es ihn nicht nach Europa zurück. Vielleicht geht es später mal in die Schweiz. Ermann: "Aber China ist so spannend, dazu werden wir immer den Bezug behalten."
Dieser Artikel ist erschienen am 05.03.2012

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