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Gründen in China

Inspirierende Energie für Jungunternehmer

Ulrike Heitze
Dass deutsche Firmen in China tätig sind, ist keine Seltenheit mehr. Deutsche Gründer sind dagegen im Fernen Osten noch vergleichsweise rar. Denn die Volksrepublik ist ein spannender, aber sicher kein einfacher Markt für junge Unternehmer.

Foto: jp781/Fotolia

"Alles eine Frage der Auslegeung"

Die erlösende Nachricht kam von einem chinesischen Freund per SMS: Die Bezirksverwaltung wird grünes Licht geben für Doris Rathgebers neue Klinik für traditionelle chinesische Medizin in Schanghais Finanzdistrikt Pudong.

Das war zwar noch keine offizielle Genehmigung, aber eine Zusage von jemandem, der etwas zu sagen hat – und damit genauso verlässlich. Diese Nachricht lässt die deutsche Ärztin wieder ruhig schlafen, denn ihre Investitionen liefen schon auf Hochtouren. Und eigentlich war für Pudong keine weitere Vergabe von Kliniklizenzen vorgesehen.

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Aber dass "eigentlich" im chinesischen Wirtschaftsleben ein sehr dehnbarer Begriff ist, weiß die 45-jährige nach mittlerweile acht Jahren als Unternehmerin in Schanghai. "Alles eine Frage der Auslegung", sagt die Chefin von 70 Mitarbeitern in ihren demnächst vier Kliniken und Praxen.

Schnellerer Start, erhöhtes Risiko

Während in Deutschland alles genehmigt sein muss, bevor es mit Investitionen oder Bauvorhaben überhaupt losgeht, fallen in China Entscheidungen oft erst, wenn ein Projekt längst angelaufen ist. Unternehmerin Rathgeber: "In der Zwischenzeit muss man mit dem erhöhten Risiko leben."

Befeuert vom aktuellen Fünf-Jahres-Plan der Zentralregierung, boomt China nach wie vor – auch bei ausländischen Unternehmen. Allein von Januar bis Ende Oktober 2011 wurden über 22.000 Unternehmen von Ausländern gegründet.

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