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Weiterbildung

Imame wollen sich weiterbilden

dpa
Muslime sind Teil der deutschen Gesellschaft. Ihre Geistlichen und Religionslehrer werden aber oft in islamischen Ländern ausgebildet. Ein Angebot der Uni Osnabrück soll sie besser mit der deutschen Sprache und Kultur vertraut machen.
Ein Bachelor-Studiengang in islamischer Theologie ist geplantFoto: © Ambrose - Fotolia.com
Schon seit Jahren engagiert sich Dzenana Tankosic als Moscheelehrerin in ihrer Gemeinde. Sie leitet Frauengruppen und diskutiert religiöse Fragen. „Eine Ausbildung habe ich dafür nicht bekommen“, sagt die 32-Jährige Osnabrückerin, die Mutter von vier Kindern ist. Daher ist die gelernte Konditorin voller Neugierde an diesem Nachmittag in die Universität Osnabrück gekommen und quetscht sich in die enge und harte Hörsaalbank. Die Hochschule stellt ein in Deutschland neues Lehrangebot vor: Ab dem Herbst gibt es dort ein zweisemestriges Weiterbildungsprogramm, das sich an Imame und Lehrer an deutschen Moscheegemeinden wendet.15 Plätze sind zu vergeben. Schon jetzt steht fest, dass das Interesse weitaus größer ist. Aus ganz Deutschland sind islamische Geistliche nach Osnabrück gereist. Organisator Bülent Ucar, Professor für islamische Religionspädagogik in Osnabrück, zählt rund 80 Zuhörer. Er erläutert das Ziel des neuen Weiterbildungsangebots: „Die allermeisten Imame kommen aus dem Ausland“, sagt er. Daher sollten die Kurse sowohl die Sprachkenntnisse der islamischen Geistlichen verbessern, als auch Wissen über die Geschichte, die Gesellschaft und die Rechtsordnung in Deutschland vermitteln. Aber auch um Pädagogik geht es. Ähnlich wie bei evangelischen oder katholischen Gemeinden soll es auch in den islamischen Gemeinden geschulte Kräfte für die Jugend- und Gemeindearbeit geben.

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Kurse werden gut angenommen„Solche Kurse bietet die Konrad-Adenauer-Stiftung schon seit 2006 in der Türkei an“, sagt der Osnabrücker Religionswissenschaftler Rauf Ceylan. Das Programm richtet sich an Imame, die in die deutschen Gemeinden gehen wollen. „Über 90 Prozent der Imame sagen, wir fühlen
uns besser vorbereitet“, betont der Wissenschaftler. Allerdings handele es sich bei dem Programm nur um einen einwöchigen Crashkurs. Was bislang fehle, sei eine intensivere Fortsetzung in Deutschland.
„Ich bin neugierig, was hier angeboten wird“, sagt Zenahir Mrakovic aus Bosnien. Er ist Imam in Darmstadt. In seiner Heimat besuchte er eine Imam-Schule, in Darmstadt studierte er Politikwissenschaft. Über die Religion müsse den Imamen nichts mehr beigebracht werden, betont der 32-Jährige. „Landeskunde, das Rechtssystem in Deutschland, europäische Fragen - da könnte ich mir schon vorstellen, dass solche Themen bei vielen meiner Kollegen auf Interesse stoßen.“ Allerdings müsste es solche Bildungsangebote in ganz Deutschland geben. „Von Darmstadt nach Osnabrück, das ist schon weit.“

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