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Im Schatten der eigenen Klugheit
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Hochbegabung im Job

Im Schatten der eigenen Klugheit

Jana Reiblein, wiwo.de
Je intelligenter man ist, umso leichter wird man es im Berufsleben haben? Irrtum. Eine neue Studie zeigt, dass gerade hochbegabte Jugendliche im Job später einmal ziemliche Probleme haben können.
Klug und fleißig muss man sein, damit man es im Leben zu etwas bringt – doch deutlich klüger als der Durchschnitt der Bevölkerung zu sein, hat auch seine Schattenseiten. Denn laut einer aktuellen Studie der Vanderbilt University in Nashville werden die wenigsten überdurchschnittlich klugen Jugendlichen später auch einmal beruflich erfolgreich.

Die Forschergruppe um den Psychologen Harrison J. Kell hatte in der Längsschnittstudie "Mathematisch hochbegabte Jugendliche" die Entwicklung von mehr als 5000 Hochbegabten über einen Zeitraum von 50 Jahren verfolgt. Das Ergebnis der Untersuchung ist erstaunlich: Viele der beobachteten Jugendlichen schaffte nicht einmal einen höheren Studienabschluss.

Nur 63 Prozent erreichten einen höheren akademischen Grad wie den des Master. Immerhin machten 42 Prozent der Hochbegabten Teenager später ihren Doktor.

Wunderkinder arbeiten unter ihrem Potenzial 

Nur wenige der hochintelligenten Jugendlichen wurden später im Berufsleben Topleister. Obwohl die Studienautoren den Teenagern mit herausragendem mathematischem Talent oder sprachlichem Können ein "außergewöhnliches Potenzial, die Gesellschaft mit ihren kreativen Leistungen und ihrem Einsatz für die Wirtschaft zu bereichern" zuschreiben, konnten offenbar nur wenige Hochbegabte ihr Talent später im Beruf auch einsetzen.

Die Verteilung von Topleistern und durchschnittlich produktiven Beschäftigten ist demnach unter Wunderkindern wie unter normal Begabten sehr ähnlich.

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