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Denken im Dunkeln
Foto: Andrea Danti/Fotolia.com
Kreativität

Im Dunkeln ist gut denken

Kristin Schmidt, wiwo.de
Menschen sind im Dunkeln kreativer. Keine Ablenkung von außen, weniger Hemmungen – schon wächst die Gehirnaktivität. Wer das beherzigt, kann nicht nur selbst ganz neue Ideen entwickeln, sondern auch seine Mitarbeiter zu mehr Gedankenvielfalt anregen.
Sie sehen einfach nichts, alles ist schwarz.

Die Teilnehmer des Experiments mussten ihre Uhren ablegen. Die Ziffernblätter könnten leicht leuchten. Selbst der blinkende Punkt am Handy, der eine angekommene SMS vermeldet, strahlt förmlich durch den dicken Jeansstoff der Hosentasche hindurch.

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Die Studienteilnehmer befinden sich in einem Raum absoluter Dunkelheit, wie es sie in der Natur nicht gibt. Ein dichter Nadelwald bei Nacht wirkt dagegen wie ein lichtdurchfluteter Wintergarten.

In totaler Finsternis die Sinne aktivieren

Diese totale Finsternis fasziniert Strategieberater Michael Lück schon seit 2005. Er hat begonnen Messestände zu verdunkeln, um den Kunden alleine durch fühlen oder schmecken die Produkte seiner Auftraggeber näher zu bringen.

Er veranstaltet für Unternehmen Seminare zur Team- oder Strategieentwicklung und Personalauswahl in absoluter Dunkelheit.

Dabei ist ihm aufgefallen, dass seine unsichtbaren Gesprächspartner in der Dunkelkammer wesentlich kreativer sind als außerhalb. Prinzipiell hielt Lück seine Beobachtung für plausibel. Keine Ablenkung von außen, weniger Hemmungen und eine größere Offenheit machen die kreativen Ausbrüche seiner Meinung nach möglich.