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Innere Kündigung
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Wenn der Job nur Fassade ist

Ich kündige – zumindest innerlich!

Teil 3: Die vergessene Generation 50+

Gallup macht eine besonders vernachlässigte Gruppe in Unternehmen aus: die Baby Boomer. Mit 29 Prozent stellen sie die größte Gruppe der Mitarbeiter und gerade sie werden noch eher frustriert als die Generation Y, also die Arbeitsanfänger von der Uni. "Sie verschwinden zunehmend vom Aufmerksamkeits-Radar und sind die vergessene Generation am Arbeitsplatz", meint Nink.

Dass das widersinnig ist, findet auch Personalberaterin Cohausz: "Wir geben uns wahnsinnig Mühe, die Generation Y zu verstehen – aber keiner guckt auf die Mitarbeiter, die plusminus 50 sind und noch 20 Jahre arbeiten sollen. Obwohl die Führungsetage im selben Alter ist." Ihr Rat an die Betriebe ist simpel, aber offenbar schwierig in der Umsetzung: "Die Unternehmen müssen sich dringend um mehr Mitarbeiterbindung kümmern – über alle Beschäftigtengruppen." Andernfalls riskieren sie unfreiwillige Verluste.

Hohe Kündigungsrate verdirbt Betriebsklima 

Der Aussage "Ich will heute in einem Jahr noch bei meiner derzeitigen Firma sein", stimmten von den emotional ungebundenen Mitarbeitern nur 58 Prozent zu, von den anhänglichen dagegen 93 Prozent. Und das Unangenehme für die Firmen sind bei diesen Abgängen nicht nur die Kosten und Mühen für die Suche nach neuen Mitarbeitern und deren Einarbeitung, Know-how-Verlust und Kundenabwanderung.

Ist die Kündigungsrate hoch, wirkt sich das auch negativ auf die Stimmung und die Motivation der verbleibenden Mitarbeiter aus.

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