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Entspannung vom Arbeitsstress
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Stresstherapie

Hotels für die Seelenruhe

Teil 2: Mode und Mythos: Burn-out

"Bei einem Spaziergang mit Walther brach es aus mir heraus." Stress, Überlastung. Burn-out? Kaum ein Wort hat in den vergangenen Jahren unter Spitzensportlern oder -managern, aber auch unter normalen Berufstätigen, für so viel Aufsehen gesorgt wie Burn-out.

Die öffentlich bekannt gewordenen Fälle von Fußballtrainer Ralf Rangnick oder Skispringer Sven Hannawald sind nur die prominentesten Beispiele für ein Phänomen, das von den Krankenkassen bis heute nicht als Krankheit erfasst ist und sich auch nicht quantifizieren lässt: Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie weist in einem Positionspapier darauf hin, dass es keine verlässlichen Zahlen gebe. Doch der Begriff ist allgegenwärtig.

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Der Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer spricht von der "merkwürdigen Karriere eines Begriffs", die dazu geführt habe, dass Burn-out mittlerweile als Auszeichnung empfunden wird, als Statussymbol neben Chefbüro und Dienstwagen.

Burn-out, so Schmidbauer, werde zum Mythos: "Die in ihm steckende Poesie von Feuer und Flamme, Glut und Asche wird nicht nur zum Verhängnis für seine präzise Verwendung, sondern auch zum Hindernis für eine gründliche Therapie.“

Die Spa-Ideologie

Ausgerechnet daran versucht sich jetzt die Hotellerie, zumindest an Angeboten, dem Stress als Vorläufer entgegenzutreten. Die Tourismusindustrie, die stets auf der Suche nach Trends ist, um sie in lukrative Produkte zu pressen, hat sich schon vor Jahren dem Wohlergehen der Menschen zugewandt. Wellness lautete das Gebot der Stunde. Seither ist ein Spa Pflicht als säkularer Tempel für den Gast, der kaum noch ohne fremde Hilfe entspannen kann.

Der Schritt zur Medizin ist nur ein kleiner, denn was dem Körper guttut, kann nur der Gesundheit förderlich sein. Und auch die Seele lässt sich im Geiste von "Mens sana in corpore sano", umgeben von Bambusarrangements und ätherischen Düften, viel schöner pflegen


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