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Arbeitsmarkt

Hopp oder top? Jobs unter der Lupe

L. Borghardt, L. Deworetzki, J. Wochner
Sechs Traumberufe auf dem Prüfstand: Unternehmensberater, Ingenieur, Informatiker, Journalist, Jurist und Arzt. Wir zeigen euch, welchen Abschluss ihr braucht und welche Jobs die besten Zukunftsaussichten haben.
Top Aussichten für Informatiker und IngenieureFoto: © Gabi Moisa - Fotolia.com
Traumberuf 1: UnternehmensberaterDer Beruf: Ein Mittelständler will ins Ausland expandieren, eine Behörde soll effizienter werden oder ein Konzern möchte seinen Online-Vertrieb aufbauen: Überall, wo es um Wachstumsstrategien, Optimierung von Abläufen oder Kostenersparnis geht, sind Unternehmensberater gefragt. Dafür sind sie meist vor Ort beim Kunden im Einsatz. Leben aus dem Koffer ist für Consultants daher die Regel.

Die besten Jobs von allen

Die Ausbildung: Gemischte Teams kommen zu den besten Lösungen. Daher steht die Beratung Absolventen aller Fachrichtungen offen - vom Theologen über den Sinologen bis zum Pharmazeuten. Ein gängiger Weg ist nach wie vor das BWL-Studium. Besonders gefragt sind zurzeit Ingenieure und Naturwissenschaftler. Unabhängig vom Studienfach: Analytisches Denken, Teamarbeit und Kommunikationstalent sind im Beraterjob durchweg vorausgesetzt.Die Fakten: Die fünf größten Strategieberatungen in Deutschland sind McKinsey, Roland Berger, The Boston Consulting Group (BCG), Mercer Consulting und Booz Allen Hamilton. Zu den großen IT-Beratungen zählen Accenture, IBM Global Business Services, Capgemini Consulting oder Bearing Point. Daneben gibt es eine Vielzahl von mittleren und kleinen Beratungen, die auf bestimmte Branchen oder Themen spezialisiert sind. Unternehmen wie DaimlerChrysler, Deutsche Post, Siemens oder Bertelsmann haben hauseigene Beratungsabteilungen. Ständig unterwegs, wenig Zeit fürs Private, 60 Wochenstunden oder mehr anspruchsvolle Arbeit: Unternehmensberatungen wissen, dass sie den Einsatz ihrer Mitarbeiter entlohnen müssen. So steigen bereits Hochschulabsolventen mit einem Jahresbrutto von 40.000 bis 58.000 Euro ein, dazu kommen oft Dienstwagen und Leistungsboni.Die Zukunft: Der Branche geht es gut, und das schlägt sich auch in neuen Arbeitsplätzen nieder. Besonders die großen Beratungshäuser wollen in den nächsten Jahren zusätzliche Berater einstellen. Eine Zielgruppe, die zurzeit alle heftig umwerben: Frauen. Flexibles, mobiles Arbeiten oder Kinderbetreuung sind wichtige Schlagwörter.Traumberuf 2: InformatikerDer Beruf: Wer dabei an Computer-Nerds denkt, die einsam vor ihrem geliebten Laptop hocken, liegt falsch. Informatiker arbeiten heute meist in Teams. Ohne IT kommt kein Bereich mehr aus. Informatiker sind daher in allen Branchen zu finden, zum Beispiel sind sie als Berater tätig oder entwickeln neue Software. Gefragt sind sie auch in Anwendungsbereichen wie der Pharmaforschung, in der Medizin oder in den Medien. Dafür sind die Anforderungen gestiegen: Nur IT reicht meist nicht mehr aus: BWL- und Fremdsprachenkenntnisse, Soft Skills wie Kommunikations- und Präsentationsfähigkeit werden immer wichtiger.Die Ausbildung: Unis und FHs bieten zahlreiche Studiengänge an, dabei sind verschiedenste Spezialisierungen möglich. Besonders beliebt bei Studienanfängern sind momentan die so genannten "Bindestrich-Studiengänge" wie Wirtschaftsinformatik, Technische Informatik oder Medieninformatik. Wer es praktischer und anwendungsbezogener mag, kann sich beispielsweise zum Fachinformatiker mit Fachrichtung Anwendungsinformatik, zum IT-Systemelektroniker oder zum Informatikkaufmann/-frau ausbilden lassen.Die Fakten: Angesichts rückläufiger Studentenzahlen sorgt sich die Informations- und Kommunikationsbranche um ihren Nachwuchs. Dazu kommt, dass 57 Prozent aller Informatikstudenten an der Uni und 45 Prozent an der FH ihr Studium abbrechen oder den Fachbereich wechseln. Informatiker verdienen gut: Einstiegsgehälter liegen zwischen 40.000 und 50.000 Euro jährlich. Nach wie vor gibt es wenig Informatikerinnen; nur 14 Prozent der Studierenden sind weiblich. In Fächern wie Bio-Informatik oder Medizinische Informatik ist der Anteil höher.Die Zukunft: Die Aussichten sind blendend: Die Stellenangebote für IT-Berufe nehmen deutlich zu und es besteht großer Bedarf an qualifiziertem Nachwuchs. Den zukünftigen jährlichen Bedarf der Wirtschaft schätzt der Branchenverband Bitkom auf rund 20.000 Hochschulabsolventen. Berufe mit Zukunft sind unter anderem Software-Entwickler, Berater oder Projektmanager.Traumberuf 3: IngenieurDer Beruf: Die Einsatzbereiche für Ingenieure könnten vielfältiger nicht sein: Sie entwickeln die Flugzeuge von morgen oder optimieren die Fahrsicherheit von Autos. Andere bauen Eisenbahntunnel, Häuser, Windräder oder konstruieren medizinische Hilfsmittel. Jobmöglichkeiten für Ingenieure gibt es auch im Marketing, im Vertrieb oder im technischen Produktmanagement.Die Ausbildung: Ingenieurwesen kann man an Unis und Fachhochschulen studieren. Die großen Bereiche sind Maschinenbau/Verfahrenstechnik, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen sowie Bauingenieurwesen/Architektur. Daneben entstehen neue spezialisierte Studienfächer oder interdisziplinäre Studiengänge, wie etwa Mechatronik, ein Fach, das Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik verbindet. Für alle Ingenieurfächer gilt: Mathematisches Verständnis und Interesse an Technik sollte man unbedingt mitbringen.Die Fakten: Der Metall- und Elektroindustrie geht es glänzend, im Maschinen- und Anlagenbau sind deutsche Unternehmen Weltmarktführer. "Ingenieure, verzweifelt gesucht", schallt es daher von überall her aus der Wirtschaft: Laut einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln hat bereits heute jedes sechste Unternehmen, das Ingenieure beschäftigt, Probleme bei der Besetzung offener Stellen. 2006 fehlten nach Angaben des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) bundesweit fast 50.000 Fachkräfte. Trotz der guten Aussichten studieren nicht genügend junge Leute technische Fächer. Vor allem im Bereich Elektrotechnik, Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen werden Absolventen schon vor dem Hochschulabschluss von Unternehmen umworben. Für Bauingenieure und Architekten sieht der Arbeitsmarkt etwas schlechter aus, doch auch die Baubranche erholt sich gerade. Ingenieure können je nach Studienrichtung und Abschluss mit Einstiegsgehältern zwischen 35.000 und 45.000 Euro jährlich rechnen.Die Zukunft: Weiterhin rosig! Besonders zukunftsträchtig sind Bereiche wie Lasertechnik, Optische Technologie oder Nanotechnologie. Sozialkompetenzen wie Teamfähigkeit und internationale Erfahrungen werden aber immer wichtiger.

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