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Wirtschaftskanzleien

Honorare für Top-Anwälte schrumpfen

Teil 3

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Foto: Kurt F. Dominik/Pixelio

Kampfpreise retten Umsätze

Selbst bei anspruchsvollen Großmandaten, wo der Preis früher kaum eine Rolle spielte, werde heute gefeilscht, bedauert ein Düsseldorfer Anwalt. Die Juristen kontern die Sparbemühungen ihrer Kunden: Mal wollen sie die Zahl der Mandantenbesprechungen begrenzen oder die der Bieter in einem Bieterverfahren.

Empörung herrscht unter den Top-Juristen über diejenigen, die versuchen, mit Kampfpreisen ihre Umsätze zu retten: Selbst manch einer unter den sechs größten Kanzleien sei sich dafür nicht zu schade, wenn man ein klangvolles Mandat im Portfolio haben wolle, erzählt Hengeler-Anwalt Meier. "Aber die schicken dann eben auch nicht die erste Garde", weiß Branchenkollegin Jasper.

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Profitable Ausnahme sind nach Jaspers Einschätzung Compliance-Mandate, also etwa Verfahren wegen Korruption. Wenn es in einem Unternehmen lichterloh brenne, etwa weil das Kartellamt wegen Preisabsprachen mit Bußzahlungen drohe, Bestechungen oder Embargoverstöße nachgewiesen würden, rede keiner mehr über Geld. Da sei das Motto eher, so Jasper: "Guter Rat mag teuer sein, schlechten können wir uns aber jetzt erst recht nicht leisten."

So war es zum Beispiel im Fall des Industriedienstleisters Ferrostaal aus Essen, der einen dreistelligen Millionenbetrag an Schmiergeldzahlungen im eigenen Unternehmen befürchtete: Für ein Honorar von 77 Millionen Euro befragte die US-Kanzlei Debevoise & Plimpton 177 Mitarbeiter quer durch alle Hierarchiestufen – um am Ende nur 8,82 Millionen strafrechtlich relevante Bestechungsgelder zu finden

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de

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Dieser Artikel ist erschienen am 31.08.2011

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