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Wirtschaftskanzleien

Honorare für Top-Anwälte schrumpfen

Teil 2

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Foto: Kurt F. Dominik/Pixelio

Abrechnung im Minuten-Takt

Hinter den Durchschnittswerten verbergen sich auch regionale Unterschiede, sagt Heuking-Partnerin Jasper: In Hamburg etwa seien die Sätze niedriger als in Frankfurt oder Düsseldorf. Trotzdem: Top-Unternehmensberatungen verdienen mehr.

"Für Partner werden Tagessätze von rund 6000 Euro berechnet, für angestellte Berater von 3000 Euro", vergleicht Dietmar Fink, Professor an der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg und Experte für Unternehmensberater. Dafür werkeln die Strategieberater aber auch länger – manchmal 12 oder 16 Stunden, ohne dass sie dafür Aufschläge berechnen.

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Juristen rechnen dagegen akribisch ab: Laut WirtschaftsWoche-Umfrage rechnen 60 Prozent der Law Firms (Kanzleien) im Sechs-Minuten-Takt ab, bei einigen klickt die Uhr alle 15 Minuten, bei anderen gar im Minutentakt. 83 Prozent aller Abrechnungen erfolgen auf Stundenhonorarbasis, der Rest über die gesetzliche Gebührenordnung oder pauschal. Noch.

Immer öfter wird Rabatt verlangt

Denn bei den Rechtsberatern wächst der Wettbewerbsdruck: Viele Unternehmen haben ihre Budgets für externe juristische Berater gesenkt. Und wie es in den den USA schon länger Trend ist, versuchen auch hiesige Unternehmen, statt Stundenhonoraren lieber Pauschalen, gedeckelte oder erfolgsbezogene Honorare zu vereinbaren. Etliche Kunden verlangen von vornherein Rabatt – manche pauschal 10 Prozent, andere gestaffelt, etwa 15 Prozent ab 100.000 Euro Umsatz.

"Immer öfter sitzt beim Pitch um eine Mandatsvergabe auch die Einkaufsabteilung mit am Tisch", berichtet Markus Meier, Partner bei Hengeler Mueller in Frankfurt. Das kratzt am Image der Elite-Advokaten, die sich bislang als Berater der Vorstände auf Augenhöhe sahen.


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