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Wanderarbeiter on tour
Foto: olly/Fotolia.com
Boardinghäuser

Heimat auf Zeit für die neuen Nomaden

Thorsten Firlus-Emmrich, wiwo.de
Für die modernen Wanderarbeiter der Wirtschaft, wie ITler, Ingenieure oder Berater, werden Hotels für Langzeitgäste immer häufiger zur zweiten Heimat. Nun mischen neue Spieler mit frischen Ideen den wachsenden Markt für Teilzeitwohnungen auf. Mobilität wird angenehmer.
Das Bier steht im Kühlschrank. Einfach rausnehmen, Strich auf der Liste hinterlassen und anstoßen. Hunger? Die vorbereiteten Gerichte stehen gleich daneben, einfach heiß machen und hinsetzen, die anderen haben auch Hunger. In der Kontorküche steht außerdem die Kaffeemaschine, falls die Augen zufallen wollen in einem der Fauteuils, die Ruhe und Gemeinschaft in einem versprechen.

Und immer wieder die gleichen Gesichter, man trifft einander, tauscht sich aus. Ein Leben wie in der WG. Allerdings mit Fitnessraum, eigenem Badezimmer und ohne die lästige Frage, wer abwäscht oder das Klo putzt.

Henri heißt dieser Ort in Hamburg, der seit einigen Wochen Gäste empfängt, die eines eint: Sie bleiben länger. Denn sie arbeiten in der Hansestadt, haben aber ihr Zuhause in einer anderen Stadt.

Für Berater, IT-Spezialisten, Ingenieure

Moderne Wanderarbeiter, beschäftigt als Unternehmensberater, IT-Spezialisten, Ingenieure oder Spezialisten im Handwerk, suchen ein Heim neben der Heimat. Das Reservierungsportal HRS zählt in Großstädten bei Übernachtungen schon zehn Prozent Langzeitgäste.

Jeder dritte davon wiederum bucht für einen Monat oder länger. Der Nomade der Arbeitswelt richtet sich ein – im Boardinghaus.

Hotels steigen ein

"Das Segment wächst", sagt Stephan Gerhard, CEO des Beratungsunternehmens Treugast. Und dieses Feld überlassen die auf Hotelbetriebe spezialisierten Gastronomen nicht länger den reinen Betreibern von Boardinghäusern wie der Gruppe Adina.

So eröffnet das Kölner Hotel Savoy 2014 in Bahnhofsnähe ein Boardinghaus. Die Arcona-Gruppe, die neben eigenen Hotels auch fünf Steigenberger Hotels betreibt, ist ebenfalls bereits mit drei Longstay-Häusern am Markt.

"Wir sehen eine zunehmende Tendenz hin zu Apartment-Hotels und beobachten, dass die Grenzen zwischen Boardinghäusern und Hotels immer häufiger verschmelzen", sagt Tobias Ragge, Geschäftsführer von HRS.

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